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Emissionen verringern "Passivhausfenster sind um den Faktor zwei besser"

„Passivhaus – nachhaltig die Zukunft bauen“ – so lautete der Titel der Online-Pressekonferenz, die das Passivhaus Institut heute veranstaltet hat. Zu den zirka 40 Teilnehmern gehörte selbstverständlich auch GFF. Lesen Sie hier die wichtigsten Punkte in der Zusammenfassung.

Die Pressekonferenz leitete Passivhaus-Gründer Prof. Dr. Wolfgang Feist mit einem Vortrag ein. Seine Feststellung: "Wir emittieren zu viel CO2." Das sei keine Gefahr für die Existenz des Planeten, aber sehr wohl für die Existenz der Zivilisation. Feist machte keinen Hehl daraus, dass es hoher Anstrengungen bedarf, um die Emissionen zu verringern. Zu spät sei es dafür nicht, aber es gelte zügig zu handeln.

Im gleichen Maße betonte er, dass es in den vergangenen Jahrzehnten bereits Erfolge gab, die in der Kommunikation leider meist zu kurz kommen. So gehe der Primärenergiebedarf stetig zurück, obwohl die Wirtschaftsleistung (BIP) kontinuierlich steigt. "Das ist Effizienz – und diesen Erfolg gilt es anzuerkennen, positiv zu kommunizieren und nicht kleinzureden", sagte Feist. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien gehe auch der Verbrauch an nicht erneuerbarer Energie immer weiter zurück.

Passivhaus-Standard als Lösung im Gebäudesektor

Wie lässt sich die Energieeffizienz weiter verbessern? Natürlich ging Feist auf die Passivhaus-Bauweise als ganzheitliche Lösung (inkl. PV oder Windstrom, Lüftungsanlage, Fernster etc.) im Gebäudesektor ein. Als Beispiel für Effizienzsteigerung nannte er ein Sanierungsprojekt im EnerPHit-Standard, damit ist die energetische Sanierung mit Passivhaus-Komponenten gemeint. Im genannten Beispiel habe sich der Heizwärmebedarf von 200 auf 26 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr reduzieren lassen.

Noch einfacher sei es, das Einsparpotenzial im Neubau auszuschöpfen. Hier lässt sich z.B. die Orientierung der Fenster in Südrichtung unkompliziert festlegen. Apropos Fenster: Feist machte deutlich, dass Passivhausfenster für eine um den Faktor zwei niedrigere Emission an CO2 in die Atmosphäre verantwortlichen zeichnen im Vergleich zu gewöhnlichen Fenstern. Nicht nur beim Fenster, auch generell bringe es Vorteile, Passivhaus-Komponenten anstatt der herkömmlichen Komponenten einzusetzen. "Wir können besser bauen, als es nach dem gesetzlichen Standard gefordert ist", sagte Feist.

Kosten sparen, komfortabel leben

Sein Fazit: Passivhäuser sind eine Lösung für den Klimaschutz, sie bieten Komfort in Winter und Sommer, stellen eine gesunde Innenraumluft sicher und ermöglichen reduzierte Gesamtkosten – übrigens auch im sozialen Wohnbau. "Das Passivhaus ist keine Theorie, sondern eine international erfolgreiche Lösung", machte er an mehreren Beispielen deutlich. Besonders auch in China ist der Standard angekommen, aufgrund des dortigen Baubooms sei das auch dringend erforderlich. Auch weiterhin gelte es, das Know-how dieses Baustandards zu verbreiten.

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