Ob Dauerhaftigkeit, Wärmedämmung oder Ästhetik: Die Anforderungen an Fensterkanteln steigen – und mit ihnen die Nachfrage nach Materialkombinationen. Zwei Kantelhersteller und zwei Fensterbauer beschreiben, wie Duo-Kanteln die Hightech-Ansprüche erfüllen und welche Einsatzbereiche das Wachstum vorantreiben.

Der Markt für Fensterkanteln hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. An die Stelle klassischer Massivholzkanteln sind zunehmend technisch optimierte Verbundwerkstoffe getreten, die die Vorteile zweier Holzarten in einem Produkt vereinen.
Um einheitliche Standards zu schaffen, haben sich österreichische Bau- und Fensterkantelhersteller zusammengeschlossen und bereits 1994 den Verein Austrokantel gegründet. Zu den zentralen Zielen zählen neben der Branchenwerbung die Qualitätssicherung und die kontinuierliche Produktentwicklung in Zusammenarbeit mit der weiterverarbeitenden Industrie.
Zudem hat die Branchenplattform in Kooperation mit der Holzforschung Austria und dem Institut für Fenstertechnik Rosenheim Richtlinien erarbeitet, die wichtige Qualitätsstandards definieren. „Moderne Fensterkanteln müssen strenge energetische, statische und ästhetische Vorgaben erfüllen“, sagt Alexander Rieder, Betriebsleiter bei den Hasslacher Werken. „Dazu gehören höchste Formstabilität und Stehvermögen: Die Kanteln dürfen sich nach dem Verleimen und Profilieren weder verziehen noch verdrehen.“ Diese Eigenschaften lassen sich durch Schichtverleimung (Lamellierung) und gezielte Orientierung der Jahresringe erreichen.
Materialkombinationen gewinnen an Bedeutung
Weitere Anforderungen sind laut Rieder eine gleichmäßige Holzfeuchte – nach gängigen Normen wie ÖNORM B 3013 bzw. Austrokantel-Richtlinien liegt das Soll bei 13 ± zwei Prozent – ebenso wie Wärmedämmung und Statik: „Großflächige Dreifach-Verglasungen erfordern Kanteln mit hoher Tragfähigkeit bei geringem U-Wert“, ergänzt er. Ferner gelte es, auf optisch einwandfreie Decklagen sowie Passgenauigkeit zu achten, um Verschnitt und Maschinenstillstände auf den CNC-Bearbeitungszentren der Fensterbauer zu reduzieren.