Energetische Gebäudestandards So geht es weiter nach dem KfW-Förderstopp

Der zwischenzeitliche KfW-Förderstopp für Teile des BEG-Programms im Januar warf viele Fragen auf und sorgte für Verwirrung bei Bauherren, Architekten und Fachbetrieben. Einige Punkte sind inzwischen geklärt, andere nicht. GFF zum aktuellen Stand der staatlichen Investitionshilfen.

Typische Sanierung im Bestand: Außenhülle und Fenster werden modernisiert. - © pitb_1 - stock.adobe.com

Bauen boomt, im Neubau wie in der Renovierung – das zeigen die Zahlen der zurückliegenden Jahre. Lag das Bauvolumen 2015 im Neubau noch bei 51,95 Milliarden Euro, betrug es im zurückliegenden Jahr 69,43 Milliarden Euro.

Trend zum Einfamilienhaus

Ende Januar wurde kurzfristig ein Förderstopp verkündet. „Gerade 2021 war ein sehr starker Trend, dass vermehrt Einfamilienhäuser gebaut und gefördert wurden“, sagt Martin Langen, von B+L Marktdaten. „Das hat eigentlich zu diesem Kollaps bei der KfW-Förderung geführt.“ Dort sehe die Bundesregierung eine Schieflage, weil zum einen veraltete Standards eine Förderung erhalten und zum anderen zu viel Einfamilienhaus gefördert werde.

„Die Nachricht des abrupten KfW-Förderstopps vom 24. Januar 2022 war für viele Bauherren und Komplettsanierer ein großer finanzieller Schock. Nach scharfen Protesten aus der Baubranche rudert Wirtschafts- und Klimaminister Habeck nun teilweise zurück“, erklärt Marco Jörg, Geschäftsführer von Renovierungszuschuss.de.

Förderprogramme teilweise veraltet

„Die Beschaffung von zusätzlichen Haushaltsmitteln für bereits gestellte Anträge war der einzig richtige Weg, um größere Klagewellen der Baubranche sowie von Bauherren abzuwenden“,sagt Jörg. „Die Argumentation von Klimaschutzminister Habeck, die aktuellen Programme seien veraltet, ist insofern nachzuvollziehen, da jeder durchschnittliche Neubau bereits die Voraussetzungen für die staatlichen Zuschüsse erfüllen konnte.“ Somit sei es zu einer sogenannten Überförderung gekommen, zu deren Nutznießern v.a. große Wohnbauprojekte gehörten. Es flossen Milliarden an Steuergeldern überhaupt nicht in den Umweltschutz, sondern als willkommener Bonus an die Bauherren. „In der Folge wurden somit laut Habeck u.a. auch luxuriöse Penthouse-Wohnungen vom Bund mit subventioniert, was so nicht zielführend sein kann“, erklärt Jörg.

Eine Ansicht zu den KfW-Förderprogrammen Effizienzhaus 40 und 55 sowie den kompletten Artikel lesen Sie in der Märzausgabe der GFF .