Geschäftsbericht vorgestellt IFN: Leichter Umsatzrückgang

Das Internationale Fensternetzwerk (IFN) aus Österreich hat 2023 841 Mio. umgesetzt. Das entspricht einem Rückgang um 2,4 Prozent im Vergleich zu 2022. Das gab die Firmengruppe bei ihrer Bilanzpressekonferenz bekannt. Neuffer aus Stuttgart erzielte ein Umsatzplus von mehr als 50 Prozent. Hier die Details.

Die IFN Holding mit Sitz in Traun bietet Gesamtlösungen rund um Fenster, Türen, Fassaden und Sonnenschutz. - © IFN-Holding

Die Unternehmensgruppe für Komplettlösungen rund um Fenster, Türen, Fassaden und Sonnenschutz umfasst neun Unternehmen: Internorm, Topic, GIG, HSF, Schlotterer, Kastrup, Skaala, Skanva und Neuffer.

Mit einem EBIT in Höhe von 44 Mio. Euro wuchs das Eigenkapital um weitere 7 Prozentpunkte auf 61,7 Prozent bzw. absolut auf 337 Mio. Euro.

Stabilität bewiesen

"Die IFN-Holding AG punktete in einem herausfordernden Marktumfeld mit hoher Produktqualität sowie innovativen und differenzierten Leistungen", heißt es in einer Mitteilung. Demnach ging der deutschsprachige Fenstermarkt mengenmäßig 2023 um über elf Prozent zurück, wertmäßig um gut fünf Prozent.

"In Anbetracht der Branchenlage blicken wir auf ein für uns sehr zufriedenstellendes Jahr zurück. Unsere Umsatzentwicklung im vergangenen Jahrzehnt kannte nur die rasante Aufwärtsbewegung", sagte Finanzvorstand Johann Habring.

Deutliches Plus bei Neuffer

Die Umsatzentwicklung im IFN-Netzwerk variierte 2023 bei den Unternehmen: Internorm legte sogar um ein Prozent zu, der slowakische Spezialist für Kunststoff- und Aluminiumprodukte HSF blieb mit einem Minus von zwei Prozent ebenfalls stabil.

Neuffer Fenster + Türen ist seit Anfang 2022 Teil des IFN- Netzwerks und steigerte den Umsatz sogar um 55 Prozent. GIG, der oberösterreichische Fassadenspezialist, steigerte die Betriebsleistung um 44 Prozent. Schlotterer, Österreichs Marktführer für außenliegenden Sonnenschutz, verzeichnete nach sehr starken Wachstumsjahren einen Umsatzrückgang von 13 Prozent, der finnische Fensterbauer Skaala um zehn Prozent. Kastrup, Spezialist für den skandinavischen Markt, verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatzminus von 23 Prozent, bei der Haustüren-Manufaktur Topic waren es 24 Prozent.

Neuffer Fenster + Türen in Stuttgart ist seit Anfang 2022 Teil des IFN- Netzwerks und steigerte den Umsatz sogar um 55 Prozent. - © IFN

Eine rückläufige Entwicklung gab es auch bei der Skanva Group A/S, die von der Russland-Ukraine-Krise besonders stark betroffen war. Der Umsatz des dänischen Unternehmens ging im vergangenen Jahr um 34 Prozent zurück.

Einen leichten Rückgang gab es bei den Beschäftigten: Im Jahresdurchschnitt waren 4.142 Mitarbeitern bei IFN beschäftigt, was einem Rückgang von 73 Mitarbeitern oder 1,7 Prozent entspricht.

Aktuelle Marktprognosen: Starker Rückgang im Neubau, Sanierung im Fokus

Für den deutschsprachigen Fenstermarkt wird nach einem zweistelligen Rückgang 2023 für das laufende Geschäftsjahr vom Branchenradar ein weiteres Minus von 3,3 Prozent prognostiziert. Erst für 2025 wird eine Seitwärtsbewegung vorhergesagt. Diese Negativentwicklung liegt vor allem am rückläufigen Neubau.

Gemäß Marktprognosen von Euroconstruct wird der Rückgang der fertiggestellten Wohneinheiten in fast allen europäischen Ländern im Jahresvergleich von 2025 zu 2021 im deutlich zweistelligen Bereich liegen, in Österreich sogar bei 28,3 Prozent. Im Sanierungssektor wird dagegen mit einer steigenden Nachfrage gerechnet – aus gutem Grund.

Im Kernmarkt Österreich wird durch die neue Sanierungsoffensive des Bundes mit einer starken Nachfrage gerechnet. Das Förderbudget für thermische Optimierungen der Gebäude – inklusive Heizungstausch – ist für 2024 mit 1,25 Milliarden Euro so hoch dotiert wie nie zuvor.

In Zukunft wird der Trauner Familienkonzern mehr denn je auf die Gebäudesanierung und intelligente Produkte im Zeichen der Klimawende setzen.