Zum 25. Jubiläum von Oknoplast hat der Kunststofffensterhersteller ausgewählte Journalisten zum Firmensitz nach Krakau in Polen geladen. Mikołaj Placek, CEO derGruppe, und Gesamtverkaufsleiter Tomasz Radecki beantworteten einige Fragen.

GFF: Herr Placek, ist Polen das Zentrum der Fensterindustrie in Europa?
Placek: Definitiv ja. Vergangenes Jahr hat sich Polen zur Nummer eins der europäischen Fensterexporteure entwickelt. Dieser Trend geht weiter. Dieses Jahr wird die Lücke zwischen Polen und Deutschland, dem zweitgrößten Exporteur, noch größer. In Polen selbst gehören wir zu den drei größten Herstellern, wenn es um Kunststofffenster geht. Drutex und Eko Okna sind die anderen großen Player am Markt.
Warum sind Sie so erfolgreich? Welche Rolle spielt es, dass Polen noch seine eigene Währung hat?
Placek: Mit der Währung hat das nichts zu tun. Der Zloty ist stabil. Der Kurs hat sich in den vergangenen Jahren nicht wirklich verändert. Als Gründe für unseren Erfolg sehe ich vielmehr, dass wir uns auf PVC-Fenster konzentrieren, deren Entwicklung weiter vorantreiben und dass wir immer auf Qualität gesetzt haben.
Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie beim Eintritt in den deutschen Markt zu kämpfen?
Placek: Als wir 2004 – nachdem Polen in die Europäische Union eingetreten war – erste Schritte in den deutschen Markt wagten, hatten wir mit dem schlechten Image polnischer Hersteller zu kämpfen. Deren Produkte galten als günstig, aber technisch als minderwertig. Wir fuhren jedoch eine andere Strategie und versuchten, uns über Qualität zu verkaufen. Wir mussten nicht nur Händler, sondern insbesondere Endkunden davon überzeugen, dass wir als polnischer Hersteller gute Fenster verkaufen. Deswegen investierten wir viel Geld ins Marketing und sponserten eine Zeit lang Borussia Dortmund.
Herr Radecki, wie hat sich die Wahrnehmung der Menschen heute verändert?
Radecki: Mittlerweile akzeptieren Händler und Endverbraucher unsere Fenster. Dass polnische Produkte an der Grenze zu Deutschland in deutsche Lkw umgeladen werden müssen, ist zum Glück nicht mehr der Fall (lacht). Manchmal werde ich von unseren Händler sogar damit konfrontiert, dass unsere Produkte teilweise teurer sind als deutsche. Für mich zeigt das nur, dass wir uns nicht über den Preis verkaufen. Wir haben uns am deutschen Markt etabliert.
Wie steht Oknoplast am polnischen Markt dar?
Placek: Wir entwickeln uns auch hier stetig weiter. Oknoplast hat im vergangenen Jahr erneut einen Umsatzrekord in Polen eingefahren und ist im zweistelligen Bereich gewachsen. Die hiesige Bevölkerung wird zunehmend vermögender und damit wächst der Absatzmarkt für Premiumprodukte wie unsere Fenster.
In Deutschland kämpfen wir mit dem Problem, dass es immer weniger Fachkräfte gibt. Wie sieht es in Polen aus?
Placek: Dieses Problem kennen wir hier in Polen auch. In und um Krakau herrscht Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote liegt bei zirka drei Prozent. Wir greifen daher auf Arbeiter aus der Ukraine zurück, von denen wir gegenwärtig etwa 200 beschäftigen.
Welches Potenzial sehen Sie im SmartHome-Geschäft?
Radecki: Wir verfolgen die Entwicklungen auf dem Gebiet. Immer mehr Menschen fragen SmarteHome-Produkte an, und in Ländern wie Frankreich haben wir uns bereits mit smarten Produkten platziert. Aber der große Boom steht noch bevor; dieser wird einsetzen, wenn smarte Produkte serienfähig werden.
Wie sieht die Zukunft für Oknoplast aus?
Placek: Wir wachsen stetig weiter und werden noch einige Rekorde brechen. Für 2021 ist es unser Ziel, 250 Millionen Euro Umsatz zu erreichen.
Und Ihr Vater? Arbeiten Sie noch viel mit ihm zusammen?
Placek: Nein. Er kommt einmal in der Woche ins Haus; aber eigentlich nur, um zu sehen, ob das Unternehmen noch steht (lacht).