GFF-Praxistipp Wintergartenfundamente und Bodenplatten ohne Beton

Wintergärten schnell und kostengünstig montieren? Mit einem speziell von der Firma Wigatec entwickelten Montagesystem sparen Ihre Kunden bis zu 70 Prozent der Kosten ein. GFF zeigt Schritt für Schritt den richtigen Aufbau.

Auf dem Stahlrahmen verlegen Fachbetriebe einen mehrschichtigen Bodenaufbau: PVC-Recycling-Boden als Grundlage (Bohlenform mit Nut- und Federsystem), Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit, schwimmend verlegte Wärmedämmschicht, Bodenbelag aus Wunschmaterial des Kunden (Fliesen, Lami, Parkett etc.) schwimmend verlegt im Raster 60 mal 60 Zentimeter; alternativ eignet sich ein Trockenestrich, der gefliest werden kann. - © Wigatec

Wintergartenmonteure stehen immer wieder vor dem gleichen Problem: Wenn sich Kunden nach dem Hausbau für einen lichtdurchfluteten Zusatzraum entscheiden, haben sie ihren Garten meist schon aufwändig angelegt. Die Vorgabe für die Montageprofis lautet also häufig, die schönen Grünanlagen nicht zu zerstören; ein unmögliches Unterfangen, wenn für den Wintergarten das übliche Betonfundament gegossen und zuvor eine große Grube mit Baggern ausgehoben werden muss. Auf manchen Baustellen erreicht man mit solch schwerem Gerät erst gar nicht die neuralgische Stelle. "Genau diese Schwierigkeiten wollten wir bei uns vermeiden und haben dann ein neuartiges Montagesystem entwickelt", erläutert Rudolf Richter, Geschäftsführer des Wintergartenspezialisten Wigatec aus Sinsheim.

Schraubfundamente in der Erde

Auf verschiedenen Messen findet der Unternehmer die geeigneten Einzelteile. Er verbindet sie zu einem Gesamtsystem, bei dem Schraubfundamente in die Erde gedreht werden. Darauf wird ein feuerverzinkter Stahlrahmen verschraubt, den Wigatec selbst herstellt. Anschließend verlegen die Monteure auf dem Stahltragrahmen eine tragfähige Bodenplatte aus glasfaserverstärkten Kunststoff-Recyclingbohlen mit oder ohne zusätzlicher Wärmedämmung. Die Vorteile lassen sich klar benennen: Der Kunde bekommt alles aus einer Hand, die Vorbereitung des Betonfundaments durch eine fremde Fachfirma entfällt. Zusätzlich fällt die Trocknungszeit weg, wodurch sich der Zeitaufwand für den Gesamtaufbau des Wintergartens deutlich verkürzt. Nicht zuletzt spricht der Kostenfaktor für die Lösung mit den Schraubfundamenten: Bei einem typischen Wintergartenaufbau von drei mal fünf Meter zahlt der Kunde 1.640 statt 5.400 Euro für die Version mit Betonfundament. Er spart also satte 3.760 Euro oder fast 70 Prozent. Auf Anfrage liefert Wigatec interessierten Fachbetrieben das Komplettsystem aus Schraubfundament, Stahlrahmen und dem gewünschten Fußbodenaufbau.

So montieren Sie das System Schritt für Schritt

1. Schritt: Als Erstes sollte man die Bodenqualität begutachten. Es sollte bündiger Boden sein. Die Drehfundamente eignen sich aber auch für aufgeschüttete Böden, lediglich die Schraubfundamente müssen dann länger sein, so dass sie bis zum gewachsenen Boden reichen.

2. Schritt: Bei steinigem Boden muss man unter Umständen vorbohren.

3. Schritt: Abhängig von der beschriebenen Bodenbeschaffenheit wählen Sie die passenden Schraubfundamente aus. Diese stehen in Längen von 600, 900, 1.200 und 2.000 Millimeter lagermäßig zur Verfügung.

4. Schritt: Jetzt setzen Sie das Schraubfundament am vorbereiteten Bohrloch an und drehen es mit einer übersetzten Bohrmaschine (niedrige Drehzahl und hohes Drehmoment) senkrecht und millimetergenau in den Boden ein. Dabei hilft ein Wasserauge, das in das Eindrehwerkzeug integriert ist. Durch die Erdverdrängung und die Reibung an der Außenwand des Schraubfundaments entsteht die Festigkeit. Die lässt sich auf Basis von Pfahl- und Ankergründungen nachweisen. Eine zusätzliche Fixierung ist nicht mehr erforderlich.

5. Schritt: Im Anschluss legen Sie den Stahlrahmen auf die Schraubfundamente und verschrauben ihn mit diesen. Achten Sie dabei darauf, dass die Kreuzungen des Rahmens auf den einzelnen Schraubfundamenten aufsitzen.

6. Schritt: Auf dem Stahlrahmen wird ein Bodenaufbau aus mehreren Schichten verlegt: Zuerst sorgt ein Kunststoffrecycling-Boden in Bohlenform mit Nut- und Federsystem für die Stabilität des Systems. Dann folgt eine Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Im Fall von wärmegedämmten Wintergärten wird eine Wärmedämmschicht schwimmend verlegt. Darauf lässt sich direkt und ohne Kleber ein spezieller Bodenbelag verlegen. Alternativ kann auch ein Trockenestrich verlegt werden, auf den sofort herkömmlich gefliest werden kann.

7. Schritt: Bei diesem speziellen Bodenbelagsystem kann zwischen allen erdenklichen Belägen gewählt werden; in der Regel sind es Steinzeugfliesen. Ebenso denkbar sind Laminat, Kunstrasen, Lederprägungen, Holz, Kork, Metall, Glas, Designbeläge. Das Ausfugen und Reinigen nach dem Verlegen entfällt komplett. Die genannten Beläge können beliebig untereinander kombiniert werden. So schnell sie verlegt sind, so zügig lassen sich die Bodenelemente wieder aufnehmen und erneut verwenden.