Passivhaustagung und Alternativtermin in Deutschland Von München über Heidelberg nach China

Erstmals außerhalb Europas findet die Passivhaustagung dieses Jahr am 21. und 22. September in Gaobeidian etwa 100 Kilometer von Peking entfernt statt. Wem das zu weit (und zu lange hin) ist, der besucht das Besser bauen-Programm am 3. und 4. Mai in Heidelberg. Wir verraten die Details.

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    Franz Freundorfer (Pro Passivhausfenster; li.) und Spiritus Rector Prof. Dr. Wolfgang Feist begutachten neueste Elementetechnik am Stand der Kooperation SmartWin auf der Ausstellung der Passivhaustagung, die im vergangenen Jahr in München stattgefunden hatte.
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    Alleine die Teilnehmer an der Pressekonferenz lassen erahnen, auf welches Interesse die Tagung weltweit trifft.

Eigentlich hatte es sich angedeutet. Wer wie die GFF-Redaktion seit bald zehn Jahren den Highlightevent der energieeffizienten Bautechnik verfolgt, dem kann nicht entgangen sein, wie viele der Besucher regelmäßig von außerhalb Europas einfliegen: aus den USA, aus Südamerika, aus Asien im Allgemeinen und aus China im ganz Speziellen. Das hat natürlich Gründe: Zum einen hat sich auch die dortige Regierungspolitik den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben, wie die Passivhaussiedlung nahe Gaobeidian mit einer Wohnfläche von einer Million Quadratmeter untermauert. Zum anderen ist ganz allgemein der Bedarf an State of the art-Bau riesig, wegen der oft genug thematisierten Größe, aber vor allem wegen des in weiten Landesteilen noch längst nicht mit westlichen Standards vergleichbaren Entwicklungsstands. Das Passivhaus Institut (PHI) hat deshalb seine zentrale Veranstaltung am 21. und 22. September an die Stadt vergeben, die zirka 100 Kilometer von Peking entfernt liegt. Neben den Wohnungen in besagter Passivhaussiedlung bieten sich während der Tagung laut PHI ein Museum und ein Gästehaus, die dem Baustandard entsprechen, für weitere Besichtigungen bzw. als Übernachtungsmöglichkeit an.

Wie erklär’ ich’s meinem Bauherrn?

Die Universität Innsbruck und das PHI unterstützen die Vergabe der Tagung nach China. Weniger weit reisen am Bauen Interessierte, die sich für das Tagungsprogramm Besser bauen am 3. und 4. Mai in Heidelberg entscheiden; und sie müssen auch nicht so lange warten. Auf Englisch informiert ein Workshop am ersten Veranstaltungstag über die Vereinbarkeit von BIM und PHPP und damit über ein Thema, das insbesondere für planerische Zielgruppen zukünftig zum Pflichtprogramm gehören wird. „Passivhaus, das lohnt sich – wie erklär’ ich’s meinem Bauherrn“, lautet eine weitere Themenstellung im Anschluss an die Begrüßung durch OB Eckart Würzner und den baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller. Spannend ist auch die Selbstreflexion im offenen Forum ab 17 Uhr, wo sich unter anderem eine Diskussionsrunde mit der kritischen Frage beschäftigt: „Passivhaus – ein geniales Konzept, aber wo bleibt nur die Nachfrage?“

Der zweite Tag stellt etwa im zweiten Vortragsslot von 11.30 bis 13 Uhr parallel die Themen Neues aus der Lüftungstechnik sowie Zukunftssicheres Sanieren in den Vordergrund. Zwar ist nicht anzunehmen, dass der deutsche Alternativtermin auf die 1.000 Teilnehmer kommt, die zuletzt zu den jüngsten Passivhaustagungen eben buchstäblich aus aller Welt angereist waren. Doch sprechen das breit gefächerte Themenspektrum, eine erfreulich offene und eben nicht dogmatische Gesprächskultur sowie ganz sachlich die Qualität der Vortragenden zweifellos dafür, die 690 (bis 7. März gilt der Early Bird-Tarif von 590) Euro zu investieren; zumal die Ausstellung, zu der sich Branchengrößen wie Alumat, Siga, SmartWin (siehe unseren Bericht auf den vorherigen Seiten) oder Tremco Illbruck angemeldet haben, den Besuch mit Sicherheit abrundet.