Neue Fenster-Chancen durch Corona Virtuelle Podiumsdiskussion mit fünf Experten

Eine neue Epoche bricht für das Fenster in der Post-Corona-Welt zwar nicht an, aber seine in der Pandemie erheblich gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit kann durchaus von Dauer sein. Wenn die Branche diesen emotionalen Rückenwind richtig nutzt, hat sie realistische Chancen, mehr Geschäft zu generieren. So lautete ein Fazit der im Zuge des Fachpressetags von Frank Linnig moderierten Podiumsdiskussion.

Auch in einem zweiten Punkt waren sich die Experten rund um Unternehmer und VFF-Präsident Helmut Meeth, Heinz Haskamp, Geschäftsführer von Haskamp Fassadentechnik, Josef Haas, Geschäftsführer des Fertighausproduzenten Kampa, Dr. Eckhard Keill, Vorstand der Roto Frank Holding, sowie Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner einig: Covid-19 als direktes Kommunikationsthema scheidet bei der Ansprache von Privatkunden aus – bei der von gewerblichen und öffentlichen Zielgruppen aber keineswegs. So plädierte Haskamp dafür, bei den Letztgenannten ggf. direkt mit Covid-19 zu argumentieren, um dadurch den Handlungs- und Investitionsdruck zu verdeutlichen. Die zur Infektionsbekämpfung unverzichtbare Lüftung in Schulen und öffentlichen Gebäuden sei dafür das aktuell beste Beispiel, betonte der Fassadenbau-Spezialist.

Bei Privatkunden sollte die Ansprache indes auf anderer Ebene erfolgen. „Sorgen Sie bei Bauherren und Renovierern für eine emotionale Bindung. Das schaffen Sie nicht mit reinen Sach­argumenten“, riet Marktforscher Güllner der Branche. Dass Fach­themen und Emotionalität nicht unbedingt im Widerspruch stehen, argumentierten Haas und Keill am Beispiel der CO2-Reduktion. Meeth wiederum sieht bei der modernen Fenstergeneration genügend weitere Ansatzpunkte. „Wir reden über Komfort, Sicherheit und Optik.“ Erheblichen Verbesserungsbedarf konstatierte er allerdings bei der Gestaltung von verbraucherorientierten Prospekten, die oft keine Emotionen weckten.