Mehr als 90 Jahre lang fuhr die Nebelhornbahn in Oberstdorf zahlreiche Gäste zu zwei Stationen in den Bergen. Nun wurde die Talstation neu gestaltet. Beim Bahnhof legten die Planer großen Wert auf Transparenz mit einem gebogenen Verbundsicherheitsglas.

Der Bahnhof hat eine Grundfläche von zehn mal 48 Meter und wird von 78 parabelförmig geformten Holzbindern mit einer Höhe von zwölf Meter umschlossen. „Ursprünglich wollten wir diese Konstruktion mit einer Membran überdachen. Doch bald stellte sich heraus, dass dies aufgrund des Schallschutzes nicht möglich war“, sagte Stefan Hiebeler, der verantwortliche Architekt des Projektes. Die Seilbahn sei beim An- und Abfahren relativ laut. Dieser Geräuschpegel sei vom Gebäude in gewissem Maß abzufangen. Die Membran sei dazu nicht in der Lage. Aus diesem Grund gingen die Planer dazu über, die Verkleidung aus Glas zu fertigen, und setzten sich mit einem deutschen Hersteller in Verbindung. Dessen Angebot sprengte jedoch preislich den Rahmen, woraufhin die Architekten mit Glas Marte in Kontakt traten. Die Spezialisten des Bregenzer Unternehmens berieten die Architekten ausführlich.
Gebogenes Glas
Die besondere Schwierigkeit des Projektes lag darin, dass das Glas die Parabelform der Stützen aufnehmen und dementsprechend gebogen sein muss. Dies löste Glas Marte mit zwei verschiedenen Formgebungsverfahren. Je nachdem, welche Krümmung erforderlich war, wurde das Glas kalt oder warm gebogen. Da das Unternehmen in der Lage ist, das Kaltform- oder Laminationsbiegeverfahren selbst durchzuführen, ist es in der Lage, diese Elemente kostengünstig anzubieten und je nach gewünschtem Zeitpunkt zu liefern. Hierbei legt Glas Marte die einzelnen Glasscheiben des Verbundsicherheitsglases zu einem Scheibenstapel zusammen und zwängt es mithilfe einer speziellen Biegevorrichtung in Form.
Mehr dazu in GFF 2/22, die Ausgabe erscheint am 8. Februar.