Einbruch am Solarmarkt Schüco trennt sich von Dünnschichtproduktion

Die Schüco International KG trennt sich "vollständig und dauerhaft" von der Dünnschichtproduktion. Das bestätigte Unternehmenssprecher Thomas Lauritzen auf Nachfrage von GFF. Erst im Oktober 2010 hatte die Schüco TF GmbH & Co. KG - ein Unternehmen der Schüco International KG in Bielefeld - den Standort der Sunfilm AG in Großröhrsdorf übernommen. Damit hatte das Unternehmen die Dünnschicht-Produktionskapazität auf mehr als 150 Megawatt (MW) erhöht.

Am 29. Oktober 2010 hatte die Schüco TF GmbH & Co. KG - ein Unternehmen der Schüco International KG in Bielefeld - den Standort der Sunfilm AG in Großröhrsdorf übernommen. Damit war die bei Schüco die Dünnschicht-Produktionskapazität nach eigenen Angaben auf mehr als 150 Megawatt (MW) gewachsen. - © Schüco International KG

Grund für die Schließung seien die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen für die Branche. Nach Informationen der Deutschen Presse Agentur (dpa) gibt das Unternehmen die Produktion, Forschung und Entwicklung an ihren Dünnschicht-Standorten noch in diesem Jahr „vollständig und dauerhaft“ auf. Betroffen sind demnach 275 Mitarbeiter. Zuerst und zwar bereits zum 31. August werde laut dpa die Produktionsstätte im sächsischen Großröhrsdorf geschlossen. Zum 30. September folgt die Schließung des Werks Osterweddingen bei Magdeburg. Ende des Jahres gibt Schüco die Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Bielefeld auf.

Trennung von langjährigem Geschäftsführer im Juni

Anfang Juni 2012 hatte sich Schüco nach 16 Jahren vom damaligen Geschäftsführer Dirk U. Hindrichs getrennt und zeitgleich gemeldet, dass die Sparte Solar mit extrem sinkenden Preisen und fehlender Nachfrage zu kämpfen habe. In Großröhrsdorf bei Dresden sind 143 Mitarbeiter betroffen, in Osterwedddingen bei der Schüco-Tochter Malibu GmbH & Co KG 105 und in Bielefeld 27.

Abfindung für Mitarbeiter

Wie dpa weiter meldet, erhalten die entlassenen Mitarbeiter eine Abfindung. Die in Großröhrsdorf und bei Malibu in Osterweddingen hergestellten Dünnschichtmodule, teilte das Unternehmen damals mit, eignen sich besonders für die Gebäudeintegration. Die Module nutzen die besonderen Bedingungen der Gebäudeintegration sehr effizient. Selbst bei hohen Modultemperaturen und diffuser Lichteinstrahlung lieferten sie sehr gute Ertragswerte. Architektonisch überzeuge die homogene Optik, variable Transparenzgrade und anwendungsgerechte Glasformen. Schüco ging damals nach eigenen Angaben davon aus, dass Dünnschichtmodule künftig einen Marktanteil von bis zu 20 Prozent erreichen..