Resilient gegen Wetterextreme

Das Institut für Fenstertechnik in Rosenheim treibt das Thema Klimasicher bauen voran. Auf den Fenstertagen am 11. und 12. Oktober wird das ift das neue Produktlabel Klima-sicher-bauen vorstellen, das die Experten entwickelt haben. Das gab das ift auf der Jahrespressekonferenz bekannt, auf der auch Zahlen für das zurückliegende Wirtschaftsjahr vorgestellt wurden.

Für das ift Rosenheim ist das Thema klimasicher bauen ein Schwerpunkt der Arbeit in den nächsten Jahren. - © Screenshot: HMM

Gebäude müssen an die Folgen des Klimawandels angepasst werden, um vor Überhitzung, Überschwemmung oder Hagel zu schützen, sprich klimaresilient machen.

Weil es hierfür bisher noch keine geeigneten Bewertungssysteme gibt, haben die Experten vom ift ein neues Produktzeichen entwickelt, das unter der Bezeichnung klima-sicher-bauen auf den Fenstertagen vorgestellt wird.

Dieses neue Produktlabel bewertet den Angaben zufolge die drei Dimensionen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz sowie Klimaresilienz, d.h. die Widerstandsfähigkeit gegen Wetterextreme, in einem Label.

"Das Label ermöglicht eine einheitliche und zusammenfassende Produktbewertung, um Bauherren aber auch Architekten einen einfachen Produktvergleich zu ermöglichen. Gleichzeitig bewahrt dies auch unsere Branche davor sich mit einer großen Vielfalt von Produktlabeln für Nachhaltigkeit und Umweltschutz herum zu schlagen", sagte ift-Vorstandmitglied Oskar Anders.

ift-Leiter Prof. Jörn Lass wird am 11. Oktober zum Auftakt der Fenstertage über Anforderungen und Bewertungsmethoden für nachhaltige und klimaresiliente Bauprodukte sprechen. Das Institut hat bereits die Richtlinie FE 21/1 Klimasicher Bauen veröffentlicht.

Auf den kommenden Branchenmessen R+T sowie Fensterbau Frontale stellt das ift das Thema in den Mittelpunkt seines Messeauftritts.

Umsatz und Mitarbeiter

Das Geschäftsjahr 2022 hat das ift mit einem Umsatz von 23,1 Mio. Euro abgeschlossen, das ist ein Zuwachs von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2023 rechnet ift-Geschäftsführer Jochen Peichl mit einem Umsatz von rund 23 Mio. Euro. Für 2024 hält Peichl einen erneuten Umsatzzuwachs für möglich. "Unsere Auftragsbücher sind voll." Zusätzliche Mitarbeiter sollen eingestellt werden. Neben den Standorten in Deutschland hat das ift inzwischen Niederlassungen in Kroatien und Griechenland.

2023 beschäftigte das Institut 224 Personen. Im Bereich Nachhaltigkeit sind mittlerweile sieben Mitarbeiter tätig.         

Neue EU-Bauproduktenverordnung ab 2024 erwartet

Prof. Lass zufolge gibt es im Moment noch drei Textentwürfe für die neue Bauproduktenverordnung der EU. Die Inhalte liegen im Detail weit auseinander, so Lass. Ein Kompromiss könnte nach seinen Worten bis Ende des Jahres vorliegen. "Die Veröffentlichung ist im Frühjahr 2024 geplant", sagte Lass. Absehbar seien mehr Anforderungen an Informationen zu den Umweltwirkungen der Produkte.  

Prüfung und Zertifizierung

Laut Michael Breckl-Stock betreibt das ift kontinuierlich Neu- und Weiterentwicklung der ift-Dienstleistungen rund ums Prüfen und Zertifizieren. Er berichtete von einer gesteigerten Nachfrage im Bereich Nachhaltigkeit sowie bei Dienstleistungen aus einer Hand, bestehend aus Überwachen, Prüfen und Zertifizieren. Im Holzbau bzw. seriellen Bauen agiere die gesteigerte Bedeutung nachwachsende Rohstoffe sowie politische Vorgaben als Turbo für den Holzbau. Er sieht serielles Bauen und Sanieren als Möglichkeit der Effizienzsteigerung am Bau. Der neue ift-Standort Am Oberfeld habe sich bewährt für die Prüfung großformatiger Bauteile.

Das ift prüft nach nationalen, europäischen sowie internationalen Standards mit marktübergreifender Akzeptanz. Dazu gehört auch die Prüfung als Basis für die UCKA-Kennzeichnung in Großbritannien.

Für die Fenstertage erwartet das ift rund 700 Teilnehmer, voriges Jahr waren es 600. Hier geht es zum Programm der Tagung.

Mehr dazu im nächsten Newsletter sowie in der GFF 12/23.