Wer mit Joanna Ogorzalek, die bei Fensterhersteller Dako für das Auslandsgeschäft zuständig ist, über die Strategie für den deutschen Markt spricht, der erfährt etwas über den Reimport von Winkhaus-Beschlägen und Veka-Softline-82-Profilen im polnischen Endprodukt.

Knapp 60 Prozent Dreifachglas-Anteil, 0,5er-Glas von NSG, AGC oder Saint-Gobain und die enge Zusammenarbeit mit dem ift Rosenheim passen ebenso wenig zum pauschal erhobenen Preisdumping-Vorwurf. Dass etwa Dichtbandanbieter AIB andere Konditionen als die beiden Marktführer realisiert, mag indes daran liegen, dass man das verarbeitete Laminat anders als diese nicht teuer einkauft und umspult, sondern selbst produziert.
Nicht jammern, an die eigene Nase fassen
Wie dem auch sei, die Aktivitäten aus dem Nachbarland gilt es mit Blick auf eigene Optimierungs-Potenziale im Auge zu behalten. Glaubt man den Zahlen der Marktanalysten von ASM, so hat Polen, mit einem Volumen von 986 Millionen Euro unter den größten Fensterproduzenten auf Platz vier liegend, den Abstand zu den führenden deutschen Herstellern (3,1 Milliarden Euro) in den vergangenen Jahren signifikant reduziert. Dass in diesem Zusammenhang die europäische Förderung für die Exportinitiative aus Osteuropa zwischen Flensburg und Garmisch auf Kritik stößt, ist einerseits verständlich. Andererseits rufen auch die Deutschen nicht selten nach der Politik und finden etwa bei der Teilnahme an den sog. German Pavillions auf Auslandsmessen, staatlich gefördert, Gehör oder profitieren wie beschrieben auf der Zulieferseite; ganz zu schweigen vom größeren Zusammenhang, in den dann auch deutsche Agrarbeihilfen etc. gehören.