Fenster und Fenstertüren sind die neuralgischen Angriffspunkte bei Einbrüchen, gerade gekippte Fenster gelten regelrecht als Einladung für Kriminelle. Dieses neue Komponenten-Quartett erzielt Einbruchhemmung gemäß RC 2 und löst das Sicherheitsproblem bei Kippfenstern.
Der Wunsch der Fenster- und Türenbranche nach einer Verstetigung der staatlichen Einbruchschutz-Förderung hat Wirkung gezeitigt: Wie die KfW-Bankengruppe Mitte November 2018 mitteilte, stellt das zuständige Bundesinnenministerium in diesem Jahr erneut 65 Millionen Euro für das entsprechende Zuschussprogramm zur Verfügung. Es werde seit seinem Start vor drei Jahren stark nachgefragt und habe in der Zeit dazu beigetragen, zirka 200.000 Wohneinheiten in Deutschland sicherer zu machen. Die Unterstützung von maximal 1.600 Euro pro Objekt entfällt meist auf mechanische Systeme, so heißt es in der KfW-Meldung.
320 Einbrüche pro Tag
Roto begrüßt dieses positive Signal aus Berlin, plädiert jedoch dafür, die Förderung künftig auch auf die Neubauten auszudehnen. Im Übrigen warnt der Beschlagspezialist ebenso wie etwa die polizeilichen Beratungsstellen davor, die zuletzt gesunkenen Deliktzahlen als Alibi für nachlassendes Engagement im Einbruchschutz zu betrachten. Nach eigenen Berechnungen wiesen allein in Deutschland an die 90 Prozent der Fenster und Türen nicht das nötige RC-Niveau auf. Deshalb bleibe eine effiziente Prävention unverzichtbar. 320 Einbrüche pro Tag seien Grund genug, um die Bevölkerung konsequent für das Thema zu sensibilisieren und über geeignete Sicherungsmaßnahmen aufzuklären. Wenn Kriminelle – wie unlängst in Potsdam geschehen – ungestört ihrem illegalen Treiben nachgehen könnten, spreche das für sich. Im November 2018 wurde dort in das Mehrfamilienhaus, in dem auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz lebt, eingebrochen.
Aufhebeln dominiert klar
Zur generellen Vorgehensweise der Ganoven und ihrer Bekämpfung liefert die im Sommer 2018 veröffentlichte Kölner Studie 2017 wichtiges und aktuelles Basismaterial. Zu den Kernresultaten der vom Kölner Polizeipräsidium zum achten Mal vorgenommenen Untersuchung gehört, dass Fenster und Fenstertüren vorwiegend im Erdgeschoss mit 77 Prozent die mit Abstand häufigsten Angriffspunkte in Einfamilienhäusern sind. In Mehrfamilienobjekten entfallen darauf knapp die Hälfte der Einstiegsversuche. Sind sie schlecht oder gar nicht gesichert, käme das, so sagt es die Untersuchung, einer Einladung an die Einbrecher gleich.
„Allein in Deutschland weisen bis heute immer noch neun von zehn Fenstern bzw. Türen kein empfehlenswertes Sicherheits-niveau auf, wie es RC 2 wäre.“
Die Polizei empfiehlt, Fachbetriebe mit dem Einbau zertifizierter einbruchhemmender Produkte zu beauftragen. Das gelte gerade in Hinblick darauf, dass das Aufhebeln an der Öffnungsseite bzw. oben/unten mit einem Anteil von insgesamt mehr als 60 Prozent bei Fenstern sowie Balkon- und Terrassentüren der klar dominierende Weg ins Wohnungsinnere sei. Dahinter rangieren laut der Studie gekippte Fenster(-türen) mit neun Prozent, das Aufhebeln der Bandseite und die Zerstörung des Glases mit jeweils zirka acht Prozent.
Erfreulich: Immer mehr Einbruchversuche scheitern. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums ist diese Quote seit 1993 kontinuierlich von 28 Prozent auf aktuell 45 Prozent angestiegen. Das zeige unter anderem die Wirksamkeit eingebauter Sicherungstechnik. Nach der Kölner Erhebung sind daran bei Fenstern und Türen mechanische Systeme zu 90 Prozent und automatische Einrichtungen zu zehn Prozent beteiligt. Die Verfasser der Studie appellieren: „Sicherungstechnik zur Einbruchprävention sollte daher für den Neubau und die Sanierungen intensiv beworben werden.“
Gesamtpaket für Partnerfirmen
Roto bietet Fensterherstellern und Bauelementehändlern die verzahnte Produkt- und Vermarktungskampagne Quadro Safe an. Gegenwärtig seien auf der Webseite www.quadro-safe.com mehr als 1.000 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz als Partnerfirmen registriert, erläutert Astrid Fridrich, die Leiterin der Sortimentsvermarktung für Zentraleuropa bei Roto. Das seit dem Start der Initiative im Jahr 2014 praktizierte Kundennutzen-Konzept ist für sie unverändert gültig: „Wir schnüren für die Betriebe ein Gesamtpaket, mit dem sie fundiert informieren und beraten, Kompetenz dokumentieren und ihren Kunden echten Mehrwert verkaufen können.“
Stahl-Schließstücke als Herzstück
Mit dem aus vier Komponenten bestehenden Sicherheits-Quartett – abschließbarer Fenstergriff, Anbohrschutz, Pilzkopf-Sicherheitsschließzapfen und Sicherheitsschließstücke – sei es laut Roto möglich, auch bei um bis zu 65 Millimeter gekippten Fenstern eine Einbruchhemmung gemäß RC 2 zu erzielen. Dafür sorgten die speziell für diesen Zweck konstruierten Stahl-Schließstücke aus dem neuen Drehkipp-Portfolio Roto NX. Durch die Kombination von drei TiltSafe-Bauteilen mit Schließzapfen und abschließbarem Griff werde das Sicherheitsproblem Kippfenster erstmals dauerhaft minimiert. Dazu komme ein verbesserter Wohnkomfort durch die hohe Luftwechselrate. In eine neue Informationsbroschüre sei der technologische Einbruchschutz-Fortschritt ebenfalls integriert, ergänzt Fridrich. Die sechsseitige Publikation zur Beratung von Bauherren und Renovierern könnten Partner der Kampagne im Login-Bereich der Webseite kostenlos beziehen. Durch die TiltSafe-Funktion gewinnt die Einbruchschutz-Profilierung nach Meinung von Philipp Zink weiter an Attraktivität. Der Vertriebsleiter der Th. Zink GmbH, die im niedersächsischen Bergen mit an die 50 Mitarbeitern Fenster, Haustüren und Rollläden fertigt und verkauft, hebt dabei den hohen Sicherheitsstandard hervor. Dieser resultiere aus der RC 2-Möglichkeit in Kippstellung ebenso wie aus der RC 3-Alternative bei geschlossenen Fenstern. Beides bringe im Endkunden-Geschäft zusätzlich einen klaren Differenzierungsvorteil. Das Familienunternehmen wirkt schon seit 2015 aktiv an der Quadro-Safe-Initiative mit, die für Zink einen nachhaltigen Beitrag zur Kompetenzstärkung leiste. In der firmeneigenen Ausstellung wird das aktuell durch eine großflächige Schautafel sichtbar.
Hausbesitzer sensibilisiert
Bereits seit 2015 gehört auch die Schreinerei Bayer GmbH im baden-württembergischen Waldkirch zu den Kampagnenpartnern. Geschäftsführer Samuel Ganter attestiert Roto, dieses Thema früh erkannt zu haben. Die Materialien eigneten sich für eine fundierte Endkundenberatung. Obwohl Bauherren und Hausbesitzer gerade durch aktuelle Einbruchserien in der Region zunehmend sensibilisiert und durch die Polizei häufig vorinformiert seien, treffe man in der Realität oft auf Halbwissen. Deshalb komme es darauf an, richtig aufzuklären. Dabei greife die bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle gelistete Handwerksfirma gern auf Quadro Safe-Instrumente zurück. Als Beispiele nennt Ganter angepasste Flyer und Poster. Außerdem ist in seinen Ausstellungsraum eine Infowand mit zwei Fensterflügeln integriert, die die Beschlagteile zeigt und den Unterschied zwischen Basissicherheit und RC 2 erkennbar macht. Das Resultat: „Unsere Kunden verstehen schnell, um was es geht.“