Laserbearbeitung von Glas Lisec vereint Lasergravur und Entschichtung in einer Anlage

Mit der LSP-A präsentiert Lisec auf der glasstec 2026 eine Laserlösung, die zwei unterschiedliche Laserprozesse in einer Anlage vereint. Die Kombination aus Gravieren und präzisem Entschichten soll neue Anwendungsfelder eröffnen, von Vogelschutzglas bis hin zu funktionalen Hightech-Verglasungen.

Die Lisec LSP-A vereint zwei unterschiedliche Laserstrahlquellen in einer Anlage und kommt vollständig ohne Additive oder Verbrauchsmaterialien aus.
Die Lisec LSP-A vereint zwei unterschiedliche Laserstrahlquellen in einer Anlage und kommt vollständig ohne Additive oder Verbrauchsmaterialien aus. - © Lisec

Der zentrale Gedanke hinter der LSP-A beruht darauf, zwei unterschiedliche Laserstrahlquellen in einer Anlage zu vereinen und diese flexibel einsetzen zu können. Der USP der Maschine bestehe darin, dass beide Laserprozesse in einem System kombiniert werden und dabei vollständig ohne Additive oder Verbrauchsmaterialien auskommen.

"Ziel war es, eine Lösung zu schaffen, mit der sich sowohl Glasoberflächen strukturieren als auch funktionale Beschichtungen gezielt entfernen lassen. Dadurch eröffnen sich Anwendungen, die mit konventionellen Verfahren nur eingeschränkt oder gar nicht realisierbar sind", erklärt Elias Leichtfried, Head of Product Management Glass Processing bei Lisec.

CO2-Laser für Vogelschutz und Rutschhemmung

Die erste Laserstrahlquelle ist ein CO₂‑Laser, der unmittelbar auf das Glas wirkt. Dabei erfolge ein sehr geringer Materialabtrag, der das Glas je nach Einstellung mattiert oder graviert und einen klaren optischen Kontrast erzeugt.

Dieser Prozess eignet sich laut Leichtfried für eine Vielzahl von Anwendungen. Ein zentrales Produkt sei Vogelschutzglas, bei dem punktförmige Strukturen in einem definierten Raster aufgebracht werden, um das Glas für Vögel sichtbar zu machen und Kollisionen zu vermeiden. Darüber hinaus lassen sich dekorative Motive wie Schriften, Logos oder Bilder realisieren. Ein weiteres Anwendungsfeld sind rutschhemmende Gläser. Hier werden sehr dichte Punktstrukturen erzeugt, die geprüfte und zertifizierte Rutschhemmung in den Klassen R9 und R10 ermöglichen.

NIR-Laser entfernt Beschichtungen

Die zweite Laserstrahlquelle ist ein Nahinfrarot-Laser (NIR), der für das Entfernen von Beschichtungen eingesetzt wird. Das Glas selbst bleibe dabei komplett unberührt, es werde ausschließlich die Beschichtung entfernt. Diese Art der Laserentschichtung ist laut Leichtfried besonders dort notwendig, wo herkömmliche mechanische Verfahren an ihre Grenzen stoßen.

Ein typisches Beispiel sind Signalgläser oder Heizgläser. In diesen Anwendungen können extrem feine Gitterstrukturen mit einer Dicke von nur wenigen 20 µm in die Beschichtung eingebracht werden. "Da meist nur wenige Prozent der Beschichtung entfernt werden, bleibt deren Funktion uneingeschränkt erhalten. So kann Glas beispielsweise für Mobilfunkstrahlung durchlässig gemacht oder für Heizglas vorbereitet werden", erklärt der Leiter des Produktmanagement. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Spiegelentschichtung. Mit dem Laser lasse sich die Spiegelschicht gezielt und vollständig entfernen, ohne das darunterliegende Glas zu mattieren.

Mit der LSP-A können Glasoberflächen strukturiert und funktionale Beschichtungen gezielt entfernen werden.
Mit der LSP-A können Glasoberflächen strukturiert und funktionale Beschichtungen gezielt entfernen werden. - © Lisec

"Wir sind aktuell die einzigen, die beide Laserprozesse – Gravieren und Entschichten – in einer Maschine vereinen und dabei komplett ohne Zusatzstoffe oder Verbrauchsmaterialien arbeiten", sagt Leichtfried.

Hohe Produktivität und flexibel integrierbar

Mit zwei simultan arbeitenden CO₂‑Laserstrahlquellen kann die LSP-A beim Vogelschutzglas eine Leistung von ca. 55 bis 60 Quadratmetern pro Stunde erreichen. Diese hohen Durchsatzwerte ermöglichen die Laser durch die parallele Bearbeitung der Glasscheibe in einem Mäanderverfahren.

Die Anlage ist außerdem sehr flexibel ausgelegt und kann laut Leichtfried nahezu an jedem Punkt der Prozesskette integriert werden. Die Bearbeitung kann sowohl vor als auch nach dem Härten erfolgen, ohne die Glasfestigkeit zu beeinträchtigen. Dies habe Lisec durch entsprechende Prüfungen verifiziert.

Die LSP-A kann zudem vollautomatisch in bestehende Linien eingebunden werden, häufig als Bypass‑Lösung, oder auch als Einzelmaschine betrieben werden. Mehrere Gläser lassen sich gesammelt bearbeiten, während der Bediener parallel andere Tätigkeiten übernehmen kann.

Erhöhte Sicherheitsanforderungen und Energieeffizienz

Beim Arbeitsschutz verweist Leichtfried auf die Auslegung der Anlagen als Laserschutzklasse-1-Systeme: Der Bediener brauche keinen zusätzlichen Laserschutz, weder Schutzvorhänge noch spezielle Räume seien erforderlich, weil alle Sicherheitseinrichtungen in der Anlage integriert sind.

Was das Thema Energieeffizienz angeht, arbeiten die eingesetzten Laser mit nur wenigen hundert Watt, die Achsen sind laut Leichtfried sehr energieeffizient. Der Hauptenergiebedarf entstehe durch Absaugung und Kühlung, liege jedoch deutlich unter dem von vor‑ oder nachgelagerten Prozessen.

Das Einsatzspektrum der LSP-A reicht quer durch unterschiedliche Marktsegmente. Im Fassadenbau stehen Vogelschutz und Signalglas im Vordergrund, im Interieur Design- und Raumtrenner-Elemente. Darüber hinaus ermöglichen kombinierte Anwendungen wie Spiegelentschichtung und ‑gravur die Realisierung hinterleuchteter Spiegel oder integrierter Touch‑Funktionen.

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