Der überregional tätige Betrieb Wies Fensterbau mit Sitz in Spabrücken hat am 9. März 2020 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Bad Kreuznach Insolvenzantrag gestellt. Das Familienunternehmen hat sich seit vielen Jahren auf den neuartigen und qualitativ hochwertigen Fensterbau sowie auf den Vertrieb von Fenstern und Türen spezialisiert und beschäftigt 66 Mitarbeiter. Das Amtsgericht hat am 10. März 2020 Rechtsanwalt Jens Lieser von Lieser Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Fortführung und Sanierung angestrebtLieser und sein Insolvenzteam verschaffen sich momentan einen umfassenden Überblick hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage vor Ort, um eine nachhaltige Sanierung und langfristige Zukunftslösung für das 1949 gegründete Unternehmen zu ermöglichen. Trotz der Insolvenz laufe der Geschäftsbetrieb stabil und uneingeschränkt weiter. Aufträge lassen sich in vollem Umfang annehmen und bearbeiten. „Die Bauwirtschaft boomt derzeit, so dass es nach wie vor einen erheblichen Bedarf an den Produkten und Leistungen von Wies Fensterbau gibt. Die Qualitätsprodukte des Unternehmens, wie etwa die Fensterprofile ohne Stahlkern, und die gut ausgebildeten und motivierten Facharbeiter stimmen mich optimistisch“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter: „Ich sehe gute Chancen für eine Sanierung und Fortführung.“ Die Ziele seien der Verkauf an einen Investor im Zuge einer übertragenden Sanierung und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. Zu diesem Zweck führt Lieser in den nächsten Wochen Gespräche mit Gläubigern, Banken und mit potenziellen Investoren. Löhne und Gehälter durchInsolvenzgeld gesichertEine Betriebsversammlung informierte die Mitarbeiter über die Insolvenz und die weiteren Schritte. Die Löhne und Gehälter der 66 Beschäftigten seien bis Ende April 2020 durch das Insolvenzgeld gesichert gewesen. RA Lieser hat umgehend die notwendigen Maßnahmen für eine Insolvenzgeldvorfinanzierung bei der Agentur für Arbeit in Mainz in die Wege geleitet. Das Traditionsunternehmen hatte bereits zuvor aufgrund des intensiven Wettbewerbs und geringer Margen Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen, die nur schrittweise erfolgreich waren.