
GFF: Herr Schirmmacher, hat sich der coronabedingt erhöhte Stellenwert des Themas Lüften bei Ihnen im Betrieb bemerkbar gemacht, was Kundenanfragen angeht?
Schirrmacher: Warum das Interesse an bestimmten Dienstleistungen temporär sinkt bzw. steigt, lässt sich oft nur vermuten. Das Lüftungsthema hat generell an Bedeutung gewonnen, das war auch schon vor der Pandemie spürbar. Was wir feststellen, ist, dass Corona zweifellos für eine Sensibilisierung sorgt. Das gilt speziell für öffentliche Investoren, die sich beispielsweise bei Bestandsfenstern in Schulen um anforderungsgerechte Lüftungstechnik kümmern müssen.
Welche Leistungen sind in diesem Zusammenhang besonders nachgefragt bzw. was empfehlen Sie, zu machen?
Zunächst hängt das stark davon ab, über welches Fachwissen der potenzielle Kunde verfügt. Das nach unseren Erfahrungen sehr unterschiedliche Niveau wirkt sich natürlich direkt auf die Beratungsintensität aus. Das zu erkennen, ist ja letztlich ebenfalls ein wichtiges Kriterium individueller Fachkompetenz. Am Ende geht es immer darum, durch entsprechende Maßnahmen die Funktion und damit die Sicherheit eines Fensters langfristig zu gewährleisten. Wenn etwa in Schulen problematische Fensterflügel einfach zugeschraubt wurden, sind gerade jetzt die Lüftungsvorgaben natürlich nicht zu erfüllen. Deshalb legen wir großen Wert darauf, die vielfältigen Instandsetzungsmöglichkeiten alter Aluminium-, Holz- und Kunststofffenster zu dokumentieren und damit zu beweisen, dass es nicht zwangsläufig einer kompletten Fenstererneuerung bedarf. Stattdessen gelingt es durch geeignete Nachrüsttechniken, Elemente wieder zu 100 Prozent bedienbar zu machen und damit eine coronagerechte Lüftung zu gewährleisten. Die daraus nicht zuletzt resultierenden ökonomischen Vorteile überzeugen unsere Kunden immer häufiger.
Wie unterscheiden sich die Nachfragen und auch Anforderungen bei Privatleuten und öffentlichen Auftraggebern wie Schulen?
Im privaten Bereich wächst das Interesse an gut funktionierenden Fenstern und damit die Bereitschaft, Reparaturen und vor allem Wartungen zu beauftragen. Das dürfte u.a. darauf beruhen, dass die Zahl der im Homeoffice tätigen Menschen rapide steigt. Bestehende Funktionseinschränkungen von Elementen werden deshalb nicht nur öfter erkannt, sondern auch intensiv als störend empfunden. Der Austausch von Beschlägen, Dichtungen und ggf. Gläsern bringt die Flügel wieder auf den Stand der Technik. Für Hausverwaltungen und Vermieter ist dieses transparente Sanierungspaket schon deshalb interessant, weil es auf lange Sicht teuren Reparaturen vorbeugt. Das Ziel muss es sein, davon verstärkt auch öffentliche Auftraggeber zu überzeugen. Dabei wirkt die von der Pandemie ausgelöste neue Lüftungskarriere sicher als griffiges Zusatzargument.