Wie lässt sich das Produkt Fenster sexy machen? Expertenrunde diskutierte über Image-Problem

Podiumsdiskusion (v.li.): Hanspeter Gasser, Dr. Eckhard Keill, Dr. Heinz Scharl, Frank Linnig, Andreas Hartleif, Marc Bonjour - © Metzger

Premiere feierte zum Abschluss des Fachpressetags das Format der Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Frank Linnig diskutierten Marc Bonjour (Groupe Liebot), Hanspeter Gasser (HP Gasser), Andreas Hartleif (Veka), Dr. Heinz Scharl (Internorm) und Dr. Eckhard Keill (Roto) zur Frage: Fenster – aussichtsloser Kampf gegen das Low Interest-Image? Einig waren sich die Teilnehmer, dass es einer emotionaleren Kundenansprache bedarf, um das Produkt Fenster „sexy“ und so zu einer High Interest-Ware zu machen. Nur auf diese Weise sei es möglich, Endkunden mehr als einmal im Leben zu einem Fenstertausch zu bewegen.

Freilich müsse das Fenster dafür auch Fortschritte bei Design oder Technik bieten. Dr. Eckhard Keill brachte beispielsweise Öffnungsarten ins Spiel, die nicht dem gängigen Marktschema entsprechen. Auch wenn der Baukasten von Beschlag- und Profillieferanten solche Entwicklungen heute schon zulasse – Andreas Hartleif sieht eine mangelnde Bereitschaft bei den Verarbeitern, Aufwand zu betreiben und ihre Produktion an solche Neuentwicklungen anzupassen, als Hindernis. Innovationen müssten seiner Beobachtung nach „in das bekannte Schema“ passen.

Dr. Heinz Scharl ergänzte, dass auch der Fachkräftemangel ein Innovationshemmer sei. Er schlug vor, das Fenster als vielseitigen Problemlöser (CO2-Einsparung, Tageslicht, Sicherheit, Lärmschutz etc.) zu positionieren. Zudem erläuterte er, dass Internorm viel in die Markenbildung investiere, um dem Kunden von vornherein Orientierung, Sicherheit und Vertrauen zu geben und für ihn die Kaufentscheidung zu vereinfachen. In Deutschland mit seinem atomisierten Fenstermarkt sei für Unternehmen der Weg zur Marke aber gleichwohl schwieriger.