Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK), auch Fiberglas genannt, werden in der Bauindustrie heute noch wenig verwendet. Dieses Start-up aus Portugal zeigt, dass das Material zur Herstellung von energieeffizienten Fenstern geeignet ist. Künftig möchte es auch in der DACH-Region Fuß fassen.
In vielen Anwendungsbereichen wie für Möbel, Strukturteile oder in der Schifffahrtsindustrie haben sich Verbundmaterialien bereits fest etabliert. Auch die Baubranche entdeckt mehr und mehr das Potenzial von glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK), auch Fiberglas genannt. Ein Unternehmen, welches sich bereits seit einigen Jahren mit der Herstellung von innovativen Fenster- bzw. Rahmensystemen aus Fiberglas beschäftigt, ist das Start-up Boavista Windows mit Hauptsitz im portugiesischen Vila Nova de Gaia.
„Die Fenster leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Gebäudegestaltung und sind die perfekte Wahl für jedes Bauprojekt des 21. Jahrhunderts“, verspricht Peter Kirchhausen von c4s consulting for systems, der Boavista Windows in Deutschland vertritt. „Sie zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer, die hohe Energieleistung, das minimalistische Design sowie den reduzierten ökologischen Fußabdruck aus.“ Im Verhältnis zu anderen Materialien weise Fiberglas eine bessere akustische Leistung auf, zudem sei das Material komplett wartungsfrei. Weitere Merkmale seien die geringe Wärmeleitfähigkeit, eine hohe Dimensionsstabilität und UV-Beständigkeit sowie die Resistenz gegen hohe und niedrige Temperaturen und Schimmel- wie Korrosionsbeständigkeit.
Ein wesentlicher Rohstoff ist Sand
Die Fenster aus Fiberglas sind nach Herstellerangaben über alle Lebenszyklen hinweg umweltfreundlich. Für die Produktion der Profile werde im Wesentlichen Sand verwendet – ein Rohstoff, der in der Natur reichlich zur Verfügung stehe. Zudem werden sie im Pultrusionsverfahren hergestellt. Dieser energetisch anspruchslose Prozess sei speziell für geringe Produktionsmengen gedacht und komme u.a. in der Herstellung von Booten, Brettern und Möbeln sowie Teilen für die Automobil- und Luftfahrtindustrie zum Einsatz. Auch die hohe thermische Effizienz der Fenster aus GFK-Profilen trage dazu bei, Energiekosten für die Heizung und Kühlung zu sparen. Zudem lasse sich das Material nach dem Gebrauch wiederverwerten. Die Boavista-Fenster können in jeder beliebigen Farbe lackiert werden, die der Kunde wünscht. Fiberglas ist ein inertes und extrem stabiles Material, dem der Kontakt mit Feuchtigkeit oder Salz nichts anhaben kann. Deshalb lassen sich die Systeme auch in rauen Umgebungen wie z.B. am Meer eingesetzen.
Erste positive RC2-Tests
Inzwischen ist das Fenstersystem vollständig CE-geprüft, zugelassen und findet bereits seit drei Jahren Eingang in Planung und Projekte. Zudem gibt es erste positive RC2-Tests. Boavista vertreibt die Rahmen komplett, mit oder ohne Glas – fertig für den projektbezogenen Einbau.
Das im Jahr 2011 gegründete Start-up verfügt mittlerweile über ein Netzwerk von Partnern in Europa und im Mittleren Osten, jetzt möchte es auch in der DACH-Region Fuß fassen. „Die Fenster sind insbesondere für Architekten, Bauherren sowie für Planer interessant, die nachhaltig denken und neue Weg gehen möchten“, ergänzt Kirchhausen.