Von Betriebsporträts und Branchenköpfen über Beschlagtechnik bis zur EU-Bürokratie: Die Septemberausgabe des Fachmagazins GFF versammelt geballtes Branchenwissen auf mehr als 100 Seiten. Wer wissen möchte, wohin die Reise bei Kunststoff- und Aluminium-Profilsystemen geht, findet die Antworten im Titelthema des Hefts.
Die Septemberausgabe der GFF liefert Fensterbauern, Glasern und Entscheidern in der Branche ein dichtes Informationspaket. Das Heft vereint ein umfangreiches Titelthema zu Fensterprofilen, einen Marktreport Beschläge, tiefgehende Fachbeiträge zur CE-Kennzeichnung und zur EU-Bauproduktenverordnung sowie Reportagen aus Betrieben und von Branchenveranstaltungen.
Titelthema: Fensterprofile aus PVC und Aluminium
Den Schwerpunkt der Ausgabe bildet ein zweiteiliges Titelthema zu Kunststoff- und Aluminium-Profilsystemen. Redakteur Matthias Metzger hat bei sechs Systemgebern nachgefragt, welche Neuheiten sie im Programm haben und welche Schwerpunkte ihre Entwicklungsarbeit prägen.
Im ersten Teil ab Seite 34 kommen Aluplast, Deceuninck, Gealan, Profine, Rehau und Schüco zu Wort – Ausführungen von Veka lesen Sie in der Oktoberausgabe bzw. vorab online. Die Bandbreite reicht von modularen Plattformkonzepten und hybriden PVC/Aluminium-Konstruktionen über Glasfasertechnologie und kreislaufwirtschaftliche Ansätze bis hin zu Komplettlösungen, die Sonnenschutz, Insektenschutz und Absturzsicherung direkt in das Fenstersystem integrieren. Aluplast etwa stellt mit One75 eine eigenständige Aluminiumplattform vor, die gestalterisch auf die PVC-Systeme der Neo-Plattform abgestimmt ist. Deceuninck setzt auf die stahlfreie Thermofibra-Technologie, Gealan kündigt mit Smoove eine Systemfamilie für Schiebelösungen an, und Rehau positioniert seinen patentierten Faserverbundwerkstoff Rau-Fipro X als Schlüssel für größere Fensterformate. Schüco wiederum überträgt sein Perfect-Konzept – eine integrierte Systemlösung mit vorgesetztem Aluminium-Modul – erstmals auf Kunststoff-Fenster und Hebeschiebe-Türen.
Der zweite Teil ab Seite 44 widmet sich den Aluminium-Systemhäusern Heroal und Schüco. Heroal erweitert seine Fenstersysteme W 72 und W 77 um flächenbündige Ausführungen, neue Eckverbinder und ein modulares Zubehörsystem. Schüco überträgt das genannte Perfect-Konzept auf großformatige Fensterbänder und schafft damit homogene Fassadenansichten mit reduziertem Materialeinsatz.
Marktreport: Beschläge, Antriebe und Türbänder
Ab Seite 46 folgt der GFF-Marktreport Beschläge mit einer tabellarischen Übersicht aktueller Produkte von Gretsch-Unitas, Maco, Roto, Siegenia, Sobinco, Winkhaus, Aumüller Aumatic, Gröninger, Basys, Carl Fuhr, Hoppe und weiteren Herstellern. Die Marktübersicht gliedert sich in drei Kategorien: klassische Fensterbeschläge, Fensterantriebe sowie Türbänder und -beschläge. Zu jedem Produkt liefert der Report Angaben zu Anwendungsbereich, technischen Merkmalen und Vorteilen für Verarbeiter.
Technische Beratung: CE-Kennzeichnung, Konfigurator und Praxistests
Im Ressort Technische Beratung sticht der Fachbeitrag zur CE-Kennzeichnung ab Seite 24 hervor. Die Experten Andreas Richter, Alexander Dupp und Elke Gehrts schildern, wie Hersteller in die Haftungsfalle tappen, wenn Leistungserklärungen nicht mit der tatsächlichen Produktqualität übereinstimmen. Drei typische Fehlerquellen aus der Sachverständigenpraxis – vom verstaubten Prüfordner über falsch deklarierte Werte bis zu veralteten Prüfnachweisen nach Maschinenumstellungen – machen den Beitrag zu einer Pflichtlektüre für den Fensterbauer.
Ebenfalls lesenswert: Der Praxistipp zum Online-Konfigurator von Siegenia (ab Seite 20), der Schritt für Schritt zeigt, wie Verarbeiter Fenster, Türen und Schiebetürsysteme konfigurieren und Stücklisten für die Bestellung erstellen. Und auf Seite 28 dokumentiert ein Beitrag, wie Fensterbau Rommel und Roto gemeinsam anspruchsvolle Prüfanforderungen für Fluchttüren und Stulpfenster gemeistert haben – mit Ergebnissen, die über das geforderte Maß hinausgehen.
Auf Seite 30 berichtet GFF über den Fenstertausch an der Firmenfassade von Aluplast in Ettlingen. Die Profile aus dem Jahr 1982 erwiesen sich nach mehr als 40 Jahren als strukturell einwandfrei – der Austausch erfolgte aus energetischen Gründen, nicht aus Notwendigkeit.
Glas: BIV-Neustart, Heavydrive-Jubiläum und ein Betriebsporträt
Das Ressort Glas wartet mit drei Autorenbeiträgen auf. Im Interview mit dem neuen BIV-Hauptgeschäftsführer Raoul Nossek (ab Seite 52) erläutert der Glasbautechniker, wie er den Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks modernisieren möchte. Er spricht über veraltete Strukturen, die Vorbereitungen zur glasstec 2026, das neue Berufsbild und die Wiederannäherung an ausgetretene Landesverbände. „Alle Schwierigkeiten, die es in der Vergangenheit gab, sind mir vollkommen egal", sagt Nossek. „Ich möchte, dass wir als Gemeinschaft vorangehen."
Chefredakteur Holger Dirks hat zum 20-jährigen Bestehen von Heavydrive den Gründer Günter Übelacker interviewt (Seite 56). Der Spezialist für Glasmontagen blickt auf die Anfänge zurück und beschreibt, wie aus einem Glastransportwagen ein international tätiges Unternehmen mit Anlagen auf mehreren Kontinenten entstanden ist.
Im Betriebsporträt von Glaschulz bei Göttingen (ab Seite 58, Autorin: Kirsten Friedrichs) zeigt die sechste Folge der Serie über Innungsbetriebe in Niedersachsen, wie ein Familienbetrieb den Wandel vom Glasgroßhandel zum modernen Glasbauspezialisten vollzieht – mit Tablets, Tiktok, Vier-Tage-Woche und einem Recruiting-Konzept nach dem DISG-Persönlichkeitsmodell.
Weitere Themen im Ressort Glas: Der Flachglas Markenkreis feiert sein 25-jähriges Bestehen und stellt vier Neumitglieder, die KI-Plattform Nexmaster.ai sowie den Produktbereich Raumglas vor (Seite 62). Ein Beitrag über Warme-Kante-Technologie für Tiny Houses (Seite 64) zeigt, wie Swisspacer-Abstandhalter und Druckausgleichsventile die besonderen Anforderungen mobiler Kleinstgebäude erfüllen. Und ein Interview zur Studie Glass 2045 beleuchtet, wie die deutsche Glasindustrie bis 2045 CO₂-neutral produzieren könnte (Seite 66).
Glaskunst: Turbulenzen für eine Flughafen-Ikone
Autorin Regine Krüger erzählt ab Seite 68 die Geschichte der Glasinstallation You are here am Flughafen Salt Lake City. Was als Restaurierungsprojekt begann, endete mit erheblichen Schäden – erst das Eingreifen des Künstlers Jenkyn A. Powell stellte die denkmalgerechte Instandsetzung sicher. Für die Restaurierung lieferte der deutsche Hersteller Ullmann erneut handgefertigte Glassteine aus optischem Kristallglas.
Fenster: Hochregallager, VFF-Kongress und EU-Bürokratie
Im Ressort Fenster berichtet Holger Dirks von der Einweihung des Aluplast-Hochregallagers in Karlsruhe (Seite 70) – mit mehr als 7.000 Stellplätzen und einem Investitionsvolumen von zirka 20 Millionen Euro die größte Investition der Firmengeschichte. Vom VFF-Kongress in Göttingen (Seite 72) liefert der GFF-Chefredakteur einen Rückblick auf die Stabübergabe an den neuen Präsidenten Anton Gugelfuß und die Gastrede von Ex-Finanzminister Peer Steinbrück.
Auf Seite 74 kündigen die Veranstalter den Branchentreff KIT 2027 in Friedrichshafen an – mit Referenten wie Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin und Kampfjetpilotin Nicola Winter. Weru stellt ab Seite 78 eine Hebeschiebe-Tür mit verdeckt liegendem Antrieb vor, und Siegenia präsentiert eine verdeckt liegende Bandseite mit 180 Grad Öffnungsweite (Seite 84).
Im Interview mit TELZ-Betreiber Alexander Dupp (Seite 80; Autor: Holger Dirks) geht es um realitätsferne Normen, gefährliche Gewerke-Schnittstellen und den Praxisanspruch seiner Prüf- und Testeinrichtung TELZ. Fensterbauer Hoffmann feiert sein 65-jähriges Bestehen und den Abschluss eines zwölf Millionen Euro schweren Standortausbaus (Seite 83).
Wunschthema: EU-Normungsauftrag für Fenster und Türen
Das von den Lesern gewählte Wunschthema ab Seite 96 widmet sich dem geplanten EU-Normungsauftrag für Fenster und Türen unter der novellierten Bauproduktenverordnung (EU) 2024/3110. Holger Dirks hat beim ift Rosenheim, beim Verband Fenster + Fassade (VFF) und beim Bundesverband Pro Holzfenster (BPH) nach dem Stand der Dinge gefragt. Bei Fenstern wären voraussichtlich zirka 50 technische Merkmale zu deklarieren, dazu 39 Umweltkriterien und 275 deklarationspflichtige Substanzen. Der VFF warnt vor einem Bürokratie- und Kostenschub und fordert eine grundlegende Überarbeitung des Entwurfs.
Weitere Themen im Überblick
Die Septemberausgabe enthält darüber hinaus Beiträge zur R+T 2027 in Stuttgart (Seite 86), einem Fachforum zu Gebäudesicherheit und Resilienz im Next Studio (Seite 88), einen Bericht von den Schüco Metallbau-Fachtagen (Seite 90), Praxistipps zu KI im Handwerk (Seite 92) sowie einen Leitfaden zur neuen EU-Verpackungsverordnung (Seite 94). Im Ressort Referenzen stehen die Sanierung der Kärntner Sparkasse in Klagenfurt mit Stahl- und Aluminiumprofilsystemen (Seite 100) sowie der Argen Pavillon in Wangen im Allgäu mit seiner 380 Quadratmeter großen Glasfassade (Seite 102) im Fokus.
In den Nachrichten geht es unter anderem um den Widerstand von 14 Verbänden gegen den oben genannten EU-Normungsauftrag (Seite 9), die C2C-Zertifizierung von Roto Alu-Beschlägen (Seite 10), die Kritik an der neuen EU-Verpackungsverordnung durch Tischler Schreiner Deutschland (Seite 12) sowie die Kürzungen bei der BEG-Förderung, die nach Einschätzung der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG) den Fensterbau besonders hart treffen (Seite 18). Baltic Fenster startet als erster Veka-Systemverarbeiter in Deutschland mit der Serienfertigung von Veka Pure (Seite 11), und Salamander geht im Kurzinterview auf sein Fensterprofil mit Dinkelspelzen-Anteil ein (Seite 14). Ein weiteres Thema ist der Abgang von Bernhard Hötger bei Hegla, der sich in den Ruhestand verabschiedet.
