Neues Wahrzeichen im schweizerischen Basel Ansehnliche Form trifft bestmögliche Funktion

Der Grosspeter Tower ist ein Best-Practice-Beispiel für die Kombination aus moderner Architektur und erneuerbarem Kraftwerk: 28 Prozent des Energiebedarfs deckt das Gebäude aus Solartechnik. Welche Herausforderungen hat der Hersteller der Energiesystemtechnik gemeistert?

Grosspeter Tower: Das 78 Meter hohe Bauwerk ist Bürogebäude, Hotel und Kraftwerk in einem. - © Kaco new energy

Mit einer Höhe von 78 Meter und 22 Etagen überragt der Grosspeter Tower in Basel alle nebenstehenden Gebäude. Nach dem Roche Turm (178 Meter) und dem Messeturm (105 Meter) ist er mittlerweile das dritthöchste Gebäude der Stadt. Die unteren fünf Etagen werden als Hotel genutzt, darüber folgt ein 17-stöckiger Büroturm. An der Fassade sichern Solarmodule mit einer Leistung von 440 Kilowatt die Energieversorgung für das Gebäude. Weitere 100 Kilowatt Leistung tragen die Solaranlagen auf den Flachdächern und dem Turm bei.

450 Dünnschichtmodule im Einsatz

Mit dem Entwurf des Energietechniksystems war Kaco New Energy, ein Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern, beauftragt. Die Herausforderung: Die vier Fassadenseiten sind im laufenden Betrieb unterschiedlicher Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Zudem werfen die nebenstehenden Gebäude Schatten auf die Module. Als Lösung kamen um die 450 Dünnschichtmodule zum Einsatz, die auf einer Fläche von 5.000 Quadratmeter, umlaufend vom Boden bis zur Tower-Spitze, verbaut und mit verschiedenen Modulspannungen ausgestattet sind. „Letzteren begegnen wir mit DC-Optimierern, die etagenweise auf DC-Schränke mit ferngesteuerten DC-Schaltern verteilt und an mehrere Modulstränge angeschlossen sind“, erklärt Georg Kress, Projektleiter bei Kaco New Energy. Ein Steuersystem sorgt dafür, dass sich wahlweise einzelne Etagen oder die gesamte Anlage spannungsfrei schalten lassen. Ein Zentralwechselrichter speist den Solarstrom in das Versorgungsnetz für Hotel und Büros ein. Auch die Erdung der Dünnschichtmodule übernimmt der Wechselrichter. Datenlogger informieren die Haustechnik über den Status der solaren Energieversorgung und lassen so eine Fernüberwachung zu.

Geordnetes Fassadenbild

Auch wenn die Dünnfilmzellen im Gegensatz zu herkömmlichen kristallinen Solarzellen kaum als Solarmodule erkennbar sind, bleiben die Patches durch die typischen Nadelstreifen in geringfügiger Manier sichtbar. Durch die bewusste Gestaltung der einzelnen Solarmodultypen hat die Schweizer Energiebüro AG, die die Solarmodule zusammen mit den Architekten von Burckhardt + Partner entwickelt hat, ein optisches Patchwork verhindert. Der gleichmäßige Rhythmus der Fassadenelemente gebe dem Gebäude sein typisches Erscheinungsbild.

Preisgekrönter Tower

Der Büro- und Hotelturm mit Solarfassade und Solardach hat im Oktober 2017 zwei Auszeichnungen erhalten – den Schweizer Solarpreis und den Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik.