Holzfenster, Sonnenschutz und Automatisierung wachsen zusammen - vom Bauteil zum System: Auf dem Partnerkongress des Bundesverbandes Pro Holzfenster in diesem Frühjahr in der Sun Academy von Warema ging es um die großen Trends der Zeit. Wie kam das Thema bei den Tagungsteilnehmern an und wie zufrieden sind der Verband BPH und die Sponsoren Warema und Weinig? In Kurzinterviews mit GFF schauen die Verantwortlichen zurück auf die zweitägige Tagung im April.

GFF: Herr Pless, wie zufrieden ist der BPH mit dem neuen Konzept, den Partnerkongress gemeinsam mit Sponsoren zu veranstalten?
Kai Pless: Sehr zufrieden – denn für uns als kleiner Verband mit schlanken Strukturen stellt sich immer wieder die Frage, wie wir mit unseren vorhandenen Ressourcen möglichst viel erreichen. Warema und Weinig als große Unternehmen haben gerade im Veranstaltungsbereich viel umfangreichere Erfahrungen als wir.
Wir als Verband hingegen sind nah dran an politischen Entwicklungen und wissen andererseits auch, was die Betriebe beschäftigt. Mit dem Partnerkongress haben wir Kompetenzen gebündelt und Synergien gehoben. Kurz gesagt: Die Zusammenarbeit haben wir als rundum positiv erlebt, das Konzept hat sich wirklich bewährt.
In Deep Dives wurden bei Podiumsgesprächen Themen wie Produktivität, Nachhaltigkeit und Personal & Organisation vertieft inklusive Fragemöglichkeit für die Zuhörer. Wie kam das bei den Besuchern an?

Die Idee unserer Deep Dives war es, den Kongress mit einer Art 'Mini-Fortbildung' zu verbinden, um den Teilnehmenden einen echten Mehrwert zu bieten. Wir wollten bewusst keinen Vortragsmarathon, sondern Impulse aus der betrieblichen Praxis – Erfahrungswerte, Know-how und Tipps, die sich im Betrieb direkt anwenden und umsetzen lassen.
Aus diesem Grund haben wir in unseren Deep Dives keine bezahlten Speaker auf die Bühne geholt, sondern Menschen aus der Branche, die über das gesprochen haben, was sie selbst Tag für Tag beschäftigt – beispielsweise die Frage nach Arbeitszeitmodellen („zwischen 4- und 6-Tage-Woche“) oder auch der Umgang mit chemischem Holzschutz im Fensterbau.
Gibt es schon Ideen für den nächsten Partnerkongress in zwei Jahren?
Für uns als Verband stehen eine Reihe an Veranstaltungen an, etwa unser Thementag zum Holzfenster im Holzbau bei Terhalle am 26. September. Wie der nächste Verbandskongress aussieht, ist aktuell noch nicht spruchreif. Klar ist aber: Praxisbezug und die Zusammenarbeit mit starken Partnern werden auch dort eine große Rolle spielen.
GFF: Herr Wiesmann, in diesem Jahr trat Warema erstmals als Sponsor der BPH-Partnerkongresses auf. Welche inhaltlichen Themen waren dem Unternehmen dabei besonders wichtig?
Thomas Wiesmann, Geschäftsleitung Window System bei Warema Renkhoff: Für uns stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie wir die Gebäudehülle angesichts des Klimawandels ganzheitlicher denken können. Bei der energetischen Sanierung richtet sich der Blick noch häufig auf den Winter und die Reduzierung von Wärmeverlusten. Gleichzeitig steigt mit häufigeren Hitzeperioden der Bedarf an sommerlichem Wärmeschutz und Kühlung. Deshalb war uns die Leitidee des Kongresses besonders wichtig: weg vom einzelnen Bauteil, hin zum intelligent gesteuerten Gesamtsystem aus Fenster, außenliegendem Sonnenschutz und Automation.
Ein zweiter Schwerpunkt war die Unterstützung der Fachbetriebe. Digitalisierung und durchgängige Gewerke-Schnittstellen, ein höherer Vormontagegrad und werkseitig integrierte Steuerungssysteme können Prozesse effizienter machen und die Montage vereinfachen.