Holzfenster, Sonnenschutz und Automatisierung wachsen zusammen - vom Bauteil zum System: Auf dem Partnerkongress des Bundesverbandes Pro Holzfenster in Wertheim bei Würzburg ging es um die großen Trends der Zeit und die Folgen für den Fensterbau: Klimawandel, Digitalisierung und demografischer Wandel. Rund 150 Teilnehmer reisten nach Mainfranken.

"Das Holzfenster ist längst mehr als ein einzelnes Bauelement. Es wird zum intelligenten Bestandteil eines vernetzten Gebäudes – und damit zu einem Schlüssel für Energieeffizienz, Komfort und Nachhaltigkeit", so BPH-Vorsitzender Eduard Appelhans. "Entscheidend hierbei ist die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – und genau aus diesem Grund richtet der Verband seinen Kongress gemeinsam mit den Firmen Warema und Weinig aus."
Systemisches Denken
Warema zeigte, welche Rolle außen liegender Sonnenschutz in der energetischen Sanierung künftig einnehmen muss. Angesichts steigender Temperaturen reicht der Austausch einzelner Bauteile nicht mehr aus: Erst das abgestimmte Zusammenspiel von Fenster, Sonnenschutz und Steuerung entscheidet über den tatsächlichen Energiebedarf eines Gebäudes und damit über Heizkosten und Kühlbedarf.
"Außen liegender Sonnenschutz verhindert, dass sich Räume überhaupt aufheizen, steigert dadurch den Wohnkomfort und reduziert den Bedarf an energieintensiver Kühlung nachhaltig", sagte Thomas Wiesmann von Warema. Das Unternehmen setzt auf automatisierte Sonnenschutzsysteme, die sich dynamisch an Wetter- und Nutzungsbedingungen anpassen.
Über die Produktebene hinaus adressierte das Unternehmen auch strukturelle Herausforderungen der Branche: Digitale Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Beratung über die Planung bis hin zur Auftragsabwicklung – sollen die Effizienz im Handwerk steigern.
Im Mittelpunkt des Partnerkongresses stand die gemeinsame Transformation der Branche. Als Technologie- und Systemanbieter brachte Weinig die Unternehmenserfahrung in die Diskussionen des Kongresses ein und zeigte, wie automatisierte und digital vernetzte Fertigungskonzepte zur Zukunftsfähigkeit des Holzfensterbaus beitragen können. Der Maschinenbauer setzt auf durchgängig automatisierte Gesamtanlagen, in denen Maschinen, Software und Daten zusammenspielen.
"Nachhaltigkeit und Automatisierung gehören heute untrennbar zusammen. Nur wenn Prozesse durchgängig digitalisiert und intelligent gesteuert sind, lassen sich Ressourcen effizient einsetzen, Qualität sichern und gleichzeitig flexibel produzieren", sagte Rolf Egerter von Weinig. Der Partnerkongress bot nach seinen Worten den notwendigen Raum, um technologische Ansätze zu diskutieren und gemeinsam zu bewerten, welche Lösungen den Holzfensterbau mittel- und langfristig voranbringen.
Fachvorträge, Werksführungen und Deep Dives
Am ersten Tag standen u.a. diese Themen auf dem Programm: Sonnenschutz für das Fenster von morgen, Risikomanagement und Unternehmensführung, Die automatisierte Fensterproduktion von morgen sowie Werksführungen bei Warema.
Am zweiten Tag gab es Podiumsdiskussionen bzw. Deep Dives zu den Themen Digital customer journey und Mitarbeiterbeteiligung, Lebenszyklus des Fensters sowie Holzfenster im Kreislauf, Personalentwicklung im Fensterbau sowie Zwischen vier und sechs Tage Woche.