Eine Umfrage unter Fensterbauern, Architekten und Planern liefert ein klares Bild: Nicht ständig neue Produkte stehen oben auf der Wunschliste der Branche. Was wirklich zählt, erfahren Sie hier.

Lange Zeit galt der Grundsatz, dass Unternehmen nur durch stetig neue technische Entwicklungen wettbewerbsfähig bleiben. Eine aktuelle Trendstudie, die Winkhaus gemeinsam mit Heinze erarbeitet hat, deutet auf eine Verschiebung der Erwartungen im Markt hin. Befragt wurden 100 Fensterbauunternehmen sowie zirka 140 Architektur- und Planungsbüros zu ihren Anforderungen, Herausforderungen und Zukunftsthemen rund um die Fenstertechnik.
Im Mittelpunkt stehen demnach praxistaugliche Lösungen, die im Alltag zuverlässig funktionieren. Klassische Werte wie Qualität, Verlässlichkeit und partnerschaftliche Zusammenarbeit gewinnen wieder an Bedeutung. Produkte, die sich im täglichen Einsatz bewähren, werden damit zum zentralen Maßstab für die Bewertung von Herstellern.
Steigende Komplexität im Arbeitsalltag
Sowohl Fensterbauer als auch Architekten und Planer erleben den Studienergebnissen zufolge einen komplexer werdenden Arbeitsalltag – jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Fensterbauer richten ihren Fokus auf das tägliche Projektgeschäft: Montage, Abläufe und Lieferfähigkeit stehen im Vordergrund. Planer und Architekten denken dagegen aus der Perspektive des Gesamtsystems und legen Wert auf Planungssicherheit und technische Integration.
Bürokratie und Fachkräftemangel belasten zirka die Hälfte der Fensterbauer. Hinzu kommen lange oder unsichere Lieferzeiten. Bei etwa einem Drittel der Betriebe sei der Zeitdruck gestiegen. Bei den Planern dominiert der Kosten- und Zeitdruck: Für zirka zwei Drittel sei dies ein entscheidender Faktor. Technologische Themen gewinnen gleichzeitig an Bedeutung, während Lieferketten und Materialverfügbarkeit herausfordernd bleiben.
"Für uns sind die Ergebnisse ein wichtiger Impuls, unsere Lösungen noch konsequenter an den tatsächlichen Bedürfnissen der Praxis auszurichten", sagt Alfred Dinkelborg, Leiter Produktmanagement bei Winkhaus. Damit rückten nicht ausschließlich Produktneuheiten in den Vordergrund, sondern Ansätze, die Abläufe vereinfachen und zuverlässig funktionieren.
Verlässlichkeit als verbindendes Kriterium

Trotz unterschiedlicher Perspektiven nennen beide Zielgruppen die Produktqualität als wichtigstes Auswahlkriterium für die Fenstertechnik. Das trifft laut Studie auf 71 Prozent der Fensterbauer und 82 Prozent der Architekten und Planer zu. Letztere achten bei Fensterbeschlägen vor allem auf Bedienkomfort und Funktionalität, zirka die Hälfte auf Langlebigkeit und Lebensdauer – Aspekte, die unmittelbar auf die Produktqualität einzahlen.
Im Projektalltag der Fensterbauer wird sichtbar, wo fehlende Qualität Prozesse ausbremst. Reklamationen gehören zur Realität: Ein Viertel berichtet von häufigen oder gelegentlichen Reklamationen. Hauptursache sei die Produktqualität, mit einigem Abstand folgten Montagefehler sowie Termin- und Lieferprobleme.
Schnelle Information und persönlicher Austausch
Den Studienergebnissen zufolge zeigt sich Innovation heute nicht nur im Produkt. Entscheidend sei, wie gut Hersteller ihre Kunden im Alltag unterstützen. Für Fensterbauer zählten schnelle Informationen und ein persönlicher Ansprechpartner. Planer und Architekten setzen vor allem auf technischen Support und Beratung.
"Verlässlichkeit geht weit über das Produkt hinaus. Genau hier sehen wir unsere Aufgabe: die Branche mit qualitativ hochwertigen Produkten und Know-how zu unterstützen", sagt Dinkelborg.
Nachhaltigkeit: Anspruch trifft Marktnachfrage
Das Thema Nachhaltigkeit rückt stärker in den Fokus, wird aber unterschiedlich interpretiert. Für 39 Prozent der Architekten und Planer sei es ein strategischer Zukunftstreiber im Kontext von CO2-Bilanz und ganzheitlichen Konzepten wie zirkulärem Bauen. Insgesamt 59 Prozent der Fensterbauer registrieren eine steigende Nachfrage nach nachhaltigen und energieeffizienten Lösungen.
Die Studie macht deutlich: Verlässlichkeit wird zum entscheidenden Maßstab in der Fenstertechnik. Sie entsteheu im Zusammenspiel von Produkt, Prozessen und Partnerschaft. Am Ende entscheidet, wie gut sich Lösungen im Alltag bewähren.