Der Nichtwohnbau in Deutschland hatte laut FVSB zuletzt einen Anteil von 40 Prozent bei erhöhter Sicherheit, im Wohnbau betrug der Anteil über 70 Prozent. Neben dem Neubau sind die Sanierung und der Denkmalschutz Betätigungsfelder für Fachbetriebe, die sich das nötige Know-how angeeignet haben. Diese Spezialisierung können die Betriebe langfristig nutzen.

Für die erhöhte Sicherheit ist in den letzten Jahren viel Entwicklungsarbeit geleistet worden. Rahmenmaterialien und Beschlagstechnik sind deutlich leistungsfähiger geworden. Im Moment verzeichnen Experten eine Tendenz hin zu stabileren Sicherheitsgläsern.
Für Fachbetriebe ist und bleibt das Segment ein Bereich, den man nicht nebenbei zum üblichen Brot-und-Butter-Geschäft bedienen kann. Es erfordert zielgerichtete Spezialisierung mittels Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, rät Volker Schirrmacher von Schirrmacher Sachplan in Nümbrecht im Podcast GFF-Praxistalk ‚Einbruchhemmung – Der Markt braucht Sachverstand‘. Er empfiehlt Betrieben, sich als Errichterbetrieb im Adressnachweis der jeweils für sie zuständigen Landeskriminalämter eintragen zu lassen. Die Anbieter müssen qualifizierte Pflichtenkataloge erfüllen, um gelistet zu werden.
Polizeistatistik und aktuelle Tendenzen
Laut Gewerkschaft der Polizei stieg die Zahl der gescheiterten Einbruchsversuche in Deutschland von 2014 bis 2021 stetig an, seitdem stagniert sie. Dennoch bleibt die Zahl der Einbruchsversuche hoch: Laut den Roto Service Friends wurden 2024 rund 80.000 Fälle registriert. Mechanische Sicherungen wie Pilzkopfverriegelungen oder Sicherheitsglas können entscheidend sein, denn rund 40 Prozent der Einbruchsversuche scheitern am Widerstand der Technik, teilen die Service Friends mit.
Täter greifen die Verglasung an
In Regionen mit besonders hoher Einbruchrate, etwa in Berlin, registrieren die Behörden eine neue Vorgehensweise: Täter greifen direkt das Glas an – durch Körpereinsatz oder gezielte Bohrungen. Zudem stellen die Behörden immer wieder fest, dass Einbrecher über das Dach bzw. die Dachfläche in Gebäude einbrechen bzw. versuchen einzubrechen.
Ein Grund dafür sei die gute einbruchhemmende Technik an Türen und Fenstern, welche die Hersteller in den letzten Jahren auf den Markt brachten, sagt Alexander Dupp vom Sachverständigenbüro Dupp und Kollegen in Weroth/Westerwald. "Die technische Entwicklung der einbruchhemmenden Konstruktionen insbesondere im Bereich der Verschlusstechnik war enorm. Dadurch verlagern Täter ihre Angriffspunkte zunehmend auf die Glasflächen und auf alternative Zugangswege. Wir beobachten außerdem vermehrt Versuche, über Dachflächen, Dachfenster oder sogar über die Dacheindeckung in Gebäude zu gelangen. Diese Vorgehensweisen konnten wir bereits mehrfach in unserer Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden bestätigen." (Lesen Sie hier das ganze Interview.)