Mehr Effizienz in der Fertigung Noll Metallbau investiert in neues Bearbeitungszentrum

Mit Schüco als Partner hat sich Noll Metallbau zum Ge­neralunternehmer für die Gebäudehülle entwickelt. Für die jüngste Investition entschied sich das Unternehmen erstmals für die Anlagentechnik eines anderen Anbieters. Seit Oktober 2023 setzt das Profildurchlaufzentrum von Schirmer neue Maßstäbe in der Aluminium-Composite-Bearbeitung.

Das neue Alu-Composite-BAZ von Schirmer bietet Noll hohe Flexibilität und auf lange Sicht Investitionssicherheit. - © Schirmer

Bereits seit dem Start der Zusammenarbeit mit Schüco im Jahr 1972 vertraut Noll Maschinenbau auch auf die Maschinentechnik des Systemgebers: Das erste Profilbearbeitungszentrum kam 1996, 2010 folgte ein Profil­durchlaufzentrum und 2018 ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum. 2023 musste Noll das alte Durchlaufzentrum ersetzen. Das gelang bei laufender Produktion und hoher Auslastung. Den Aus­schlag für die Investitionsentscheidung gab eine Empfehlung, die das Unternehmen erstmals über den Tellerrand des langjährigen Partners blicken ließ.

Schnellere Bearbeitungs- und Transportzeiten

In einer neuen Maschinenhalle startete Noll im Oktober die Produktion mit einem Alu-Composite-Bearbei­tungszentrum von Schirmer. Es besteht aus einem zirkulären Ringmodul mit sechs Fräsaggregaten, einer 4-Achs-Säge von vorn und einer 3-Achs-Kämpfer-Kontur-Endbearbeitungsstation mit automatischem Werkzeug­wechsler, zudem aus einem Etikettendrucker, der den Profilen in Form eines Barcodes Informationen für die nachfolgende Produktion mit auf den Weg gibt. "Das ist bei aluminiumverarbeitenden Kunden eine relativ häufige Maschinenkonfiguration, die komplett die spanende Bearbei­tung der Fenster-, Tür- und Fassadenprofile übernimmt und aufwendige Nacharbeiten vermeidet", erklärt Schirmer-Geschäftsführer Ludger Martinschledde.

Es sei allein der hohe Technologiestandard, der die Fertigung bei Noll nun effizienter gestalte: "Bei der Aluminiumverarbeitung benötigen wir absolute Präzision“, betont Martinschledde. Schirmer er­reicht diese über servomotorisch gesteuerte Antriebskon­zepte. Die Auflagenverstellung mit Aufrichtfunktion er­laube es, nahezu alle am Markt verfügbaren Profilgeometrien präzise und fest zu spannen. "Die Anlage deckt 95 Prozent aller Schüco-Profile ab", bestätigt Markus Noll, der gerade einen Trend hin zu großformatigen Fensterelementen mit eher schmalen Profilansichten beobachtet. "Die Investition und die damit gewonnene Flexibilität bietet auf lange Sicht Sicherheit." Im Prinzip sei je­des Bauelement, das seinen Betrieb verlässt, an individuelle Kundenan­forderungen angepasst.

Trotz der Profilindividualität habe die neue Anlage den Durchfluss er­heblich beschleunigt. "Wir sind 60 bis 70 Prozent schneller geworden bei den Bearbeitungs- und Transportzeiten", hebt er hervor. Dazu trage nicht zuletzt der auf 20 Stangen erweiterte In­line-Austransport bei, mit dem sich die Autonomiezeit für den Bediener verlängere. Zugleich sei es möglich, die zwei Arbeitsschichten zu entzerren. Je nach Profil und Bearbeitungsaufwand könne die Anlage bis zu zwei Stunden mannlos arbeiten. "So kommen wir auf 20 Produktionsstunden pro Tag", erzählt Noll, eine dritte Schicht sei nicht nötig.

Differenzierung im Wettbewerb

Neben einer optimierten Arbeitsorganisation hilft die neue Anlage dem Fassadenspezialisten auch, sich im Wettbewerb zu differenzieren: "Als einer von vielen Schüco-Verarbeitern sind wir über die Produkte wenig zu unterscheiden", erklärt Noll. Differenzierung erreiche man da­her nur über optimierte Prozesse und die Qualität. Nur so könne sich sein Unternehmen an das Versprechen halten, das es Kunden auf der Webseite gebe: "Höchste Sicherheit und maximale Energieeffizienz durch fachgerechte Fertigung und perfekte Produktqualität."

Uni Link-Schnittstelle als Übersetzer

In der Zusammenarbeit mit Schirmer begleitete Markus Noll von Beginn an ein gutes Gefühl, berichtet der Unternehmer, der aber wie die meis­ten Schüco-Verarbeiter mit der Software SchüCal arbeitet und daher anfangs Bedenken bezüglich der Ansteuerung äußerte. Diese konnte Schirmer schnell ausräumen: Der Spezialist für die automatisierte Profil­bearbeitung setzt Uni Link als Programmierplattform ein, die die Da­ten des technischen Ausarbeitungsprogramms von Schüco zuverlässig übersetzt. Und auch darüber hinaus zeigt sich Noll zufrieden mit dem neuen Partner: "Wir schätzen den guten Kundenservice und die ständige Gesprächsbereitschaft. Wenn es anfangs bei der Integration Probleme gab, konnte Schirmer sie schnell beheben."