Europameisterschaft in der Disziplin Glasbautechnik Maximilian Kröger: Bronzemedaille um vier Punkte verpasst

In Salzburg fand am Wochenende die Europameisterschaft der Berufe in der Disziplin Glasbautechnik statt. Sechs Teilnehmer kämpften dort um die Medaillen. Für Deutschland ging Maximilian Kröger an den Start – obwohl gesundheitlich angeschlagen, gelang ihm eine Top-Leistung.

Maximilian Kröger
Europameisterschaft in der Disziplin Glasbautechnik: Maximilian Kröger bei der Arbeit. - © SkillsAustria/FlorianWieser

Die Euroskills 2023 fanden vom 5. bis zum 9. September in Danzig statt. Nicht vertreten war dort die Disziplin Glasbautechnik, da europaweit die Anzahl der Mindestteilnehmer zum ersten Stichtag unterschritten wurde.

Jetzt wurde aber doch noch um Medaillen gekämpft. Der Wettbewerb in der Disziplin Glasbautechnik fand zwischen dem 22. und 26. November als eigenständige Europameisterschaft der Berufe (European Vocational Championship) zeitgleich mit den nationalen österreichischen Berufsmeisterschaften Austrian Skills in Salzburg statt.

Sechs Teilnehmer kämpften um die Medaillen

Sechs Teilnehmer aus Europa vertraten ihr Heimatland und kämpften um Gold, Silber und Bronze. Sie kamen aus Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Österreich und Deutschland. Der Europameister-Titel blieb im Gastgeberland Österreich. Philipp Pfeiler gewann den Wettbewerb, er holte 759 von 800 möglichen Punkten. Die Preisträger im Überblick:

  • Platz 1: Philipp Pfeiler, Österreich (759 Punkte)
  • Platz 2: Lilian Vallet, Frankreich (715 Punkte)
  • Platz 3: Hugo Dos Santos, Luxemburg (702 Punkte)

Berg- und Talfahrt für deutschen Teilnehmer

Für Deutschland trat Maximilian Kröger an, der bei Glas Lerchenmüller in Dieburg angestellt ist. Laut seinem Trainer Jens Erdmann, der seit Anfang 2023 im gleichen Unternehmen arbeitet, war die diesjährige deutsche Teilnahme eine "Berg- und Talfahrt, angefangen bei der Suche nach dem Austragungsort und beendet mit einer großen Sensation beim Finale", schreibt Erdmann auf seiner Linkedin-Seite.

Was er mit Sensation meint: "Ein junger Mann aus Luxemburg hat sich leise, still und heimlich an das Spitzenfeld der europäischen Top-Drei-Kandidaten herangearbeitet, um dann haarscharf an Maximilian Kröger vorbeizuziehen." Tatsächlich landete Kröger mit 698 Punkten auf dem undankbaren vierten Platz. Vier Punkte fehlten zur Medaille.

Trainer Jens Erdmann (li.) und sein Schützling Maximilian Kröger unmittelbar nach dem Wettkampf. - © Kröger

Kampf bis zum Ende

Bis zum Ende hatte der Trainer gemeinsam mit Kröger geplant und versucht, zumindest die zweite Bronzemedaille in Folge in der Disziplin zu sichern. Gar nicht so einfach, nachdem Kröger laut Erdmann an Tag zwei 90 Minuten vor Schluss die erste Klebestelle verpatzte, diese reparieren musste und es dadurch zu einem unvorhersehbaren Zeitverlust kam.

Nach einer Aufholjagd fiel die Entscheidung um das Erreichen einer Medaille am letzten Tag des Wettbewerbs. "Dieser Max ist einfach unbeschreiblich aus sich herausgewachsen und hat eine überragende Leistung hingelegt, für mich das Comeback des Jahres", schreibt Erdmann. Für Edelmetall hat es aber nicht mehr gereicht. Dennoch sei das Ergebnis nicht hoch genug zu bewerten. "Alles über 600 Punkte ist schon der Wahnsinn, alles über 650 ist überirdisch. Das spricht für das hohe Niveau im europäischen Glaserhandwerk."

Statement von Maximilian Kröger

Kröger selbst blickt auf den Wettkampf mit positiven Gefühlen zurück, wie er auf GFF-Nachfrage mitteilt: "Es war eine unfassbare Atmosphäre; man konnte bei jedem Teilnehmer die hohe Leistungsbereitschaft in der Luft spüren und dies hat es zu einem einzigartigem Erlebnis gemacht."

Was bisher nicht bekannt war, aber in die Bewertung der Leistung einfließen muss: Kröger ging gesundheitlich angeschlagen in den Wettbewerb. "Ich habe mich trotzdem der Herausforderung gestellt und ein höchst zufriedenstellendes Ergebnis erreicht", resümiert er.

Tagebuch von Jens Erdmann

Jens Erdmann hat auf Linkedin Tagebuch über die Wettkampftage in Salzburg geführt. Hier geht es zu den einzelnen Beiträgen: