Erdgas ist essentiell für viele Industrieprozesse in Deutschland. Russland hat seine Lieferungen reduziert und damit eine Debatte über die Versorgungssicherheit ausgelöst. Wie gehen Branchenunternehmen damit um? Ein Statement von Stephan Witte von der Flachglas Sachsen GmbH.
"Die schwierige Situation bereitet uns – wie sicherlich vielen in unserer Branche – Sorgen. Da ist zum einen die Frage nach der Glasversorgung bei Gasknappheit. Wir selber benötigen keine großen Mengen an Gas und sollte der Ukrainekrieg nicht weiter extrem eskalieren, glauben wir unsere Versorgung trotz finanzieller Einbußen sicherstellen zu können.
Basisglas-Herstellung sicherstellen
Aber die Versorgung der Basisglas-Hersteller mit ihrem großem Gasbedarf muss sichergestellt sein, damit unsere Industrie keinen enormen Schaden erleidet. Die technischen Risiken sind jedem bekannt und die Konsequenzen einer Stilllegung von Flachglas-Produktions-Kapazitäten in Deutschland mag man sich nicht gerne ausmalen.
Exorbitante Preisentwicklung
Ein weiterer Aspekt, der uns in der Kommunikation mit unseren Kunden beschäftigt, ist die dramatische Preisentwicklung. Momentan sprechen wir von einem bisher nicht gekannten Floatpreis. Unseren Kunden diese Preissteigerungen ohne Vertrauensverlust zu vermitteln ist derzeit unsere Aufgabe. Aufträge – gerade im Objektbereich – sind zu vorher fixierten Konditionen kalkuliert und verhandelt worden. Wenn jetzt diese extremen Preiserhöhungen greifen, kann es bei vielen Kunden zu Projekten mit Unterdeckung kommen und schlussendlich zu Liquiditätsengpässen. Diese Preisentwicklung drückt bei einigen Kunden auf die eigentlich positive Stimmung und wird nicht ohne Konsequenz für die Nachfrage bleiben.
Eigenstromversorgung durch PV-Anlagen
Welche Maßnahmen treffen wir intern um der Energiekrise entgegen zu treten? Wir werden mit weiteren Photovoltaik-Anlagen unsere Eigenversorgung mit Energie stärken und entwickeln ein Paket an Energiesparmaßnahmen und Notstromversorgungen, aber darüber hinaus sind unsere Möglichkeiten begrenzt. Zumal wir auch in den letzten Jahren schon versucht haben sparsam mit Energie umzugehen, dies ist natürlich keine Idee des Jahres 2022. Einige Effekte der Inflation und Energiepreisentwicklung sind bei uns noch gar nicht angekommen, so suchen wir derzeit – wie viele Marktteilnehmer – einen neuen Stromlieferanten...
Künftig wesentlicher Kostenpunkt
Energie war bisher ein geringerer Teil der Gesamtkosten; in Zukunft wird Energie aber wesentlicher Kostenbestandteil sein und wir gehen davon aus, dass das auch auf Dauer so sein wird. Ein internationaler Wettbewerbsvorteil ist das nicht!"
Weitere Statements lesen Sie in GFF 9, die Ausgabe erscheint am 13. September.
