GFF: Frau Dr. Haas-Lensing, Bayerwald gehörte bis zum Verkauf an Adcuram im Jahr 2015 zur Haas Group – als Teil der Bauelementesparte. Wie haben Sie auf die Nachricht der Insolvenz reagiert?
Dr. Haas-Lensing: Die jüngste Entwicklung hat uns überrascht und erstaunt. Wir sind aber zuversichtlich, dass nach einem Neustart dennoch die meisten Arbeitsplätze erhalten bleiben und die starke Marke Bayerwald in der Fensterbrauche auch zukünftig gut positioniert sein wird.
Auch als Bayerwald-Kunde ist die Haas Group von der Insolvenz des Unternehmens betroffen – mit welchen Auswirkungen?
Die Information über den Insolvenzantrag der Firma Bayerwald hat uns überrascht und als Großkunden ohne Vorwarnung getroffen. Aber alle Meldungen deuten darauf hin, dass bei Bayerwald das Geschäft nahtlos fortgeführt wird. Auch die Belieferung läuft derweilen weiter. Das war bei Hoco nicht der Fall. Sobald der Insolvenzverwalter mit einem Investor einig geworden ist, werden wir zeitnah die Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit ausloten.
Nachdem zuletzt neben Bayerwald auch Hoco Insolvenz anmelden musste: Wie bewerten Sie aus heutiger Sicht den Verkauf der Bauelementesparte? Ist die geringere Fertigungstiefe für Sie ein Nachteil?
Wir haben uns 2015 für die Konzentration auf das Haas-Kerngeschäft und für eine Weiterentwicklung des breiten Fertigbau-Segments (Einfamilienhäuser, Wohnbau, Industrie- sowie Gewerbebau, Landwirtschaftsbau und Bauteillieferungen) entschieden. Diesen Kurs verfolgen wir seitdem ganz konsequent und sehr erfolgreich weiter. Dafür tätigen wir in diesem Bereich auch hohe Investitionen in Anlagen/Technologie, Digitalisierung und Vertrieb und arbeiten am Ausbau unserer Wettbewerbsvorteile. Die früher für die Branche ungewöhnlich tiefe Wertschöpfungskette gehört nicht zu den Erfolgsfaktoren unseres Geschäfts.
