Geklebte Fenster bieten viele Vorteile für Verarbeiter und den Endkunden; aber was passiert, wenn das Isolierglas einen Schaden hat? GFF-Online zeigt Schritt für Schritt, wie Handwerker im Ernstfall die Scheibe tauschen.

Kunden, die sich für ein aus Glas und Rahmen verklebtes Fenster entscheiden, profitieren von zahlreichen Vorteilen. Im Vergleich zu Standardkonstruktionen verbessert sich die thermische Isolation laut Klebstoffhersteller Sika Deutschland um bis zu 20 Prozent durch die verringerte Wärmeübertragung. Gleichzeitig erhöht die verstärkte Glasanbindung an den Fensterrahmen die Einbruchhemmung des Gesamtelements. Durch die hohe dynamische Belastbarkeit der Verbindung widersteht das Fenster höheren Windlasten. Die bessere Steifigkeit und die statische Funktion der Verglasung eröffnen dem Hersteller zusätzliche optische Gestaltungsmöglichkeiten durch schmalere Rahmenprofile. Der Käufer profitiert von bis zu 30 Prozent höherem Lichteinfall, je nach Konstruktion. Zudem sinken die Wartungskosten durch Verzug und Nutzung, laut Sika Deutschland um bis zu 90 Prozent. Was passiert aber, wenn der Kunde eine beschädigte Glasscheibe reklamiert?
Alles für den Scheibentausch
Dann fährt der Fachmann mit seiner mobilen Ausrüstung zum Auftraggeber und tauscht vor Ort die verklebte Verglasung gegen eine neue aus. Das klingt aufwändiger, als es ist. Folgende Hilfsmittel packt der Handwerker in seinen Transporter:
- Druckluftpistole für 490 Milliliter Dualkartuschen von Sika oder den neuen Sika PowerCure Dispenser
- einen Kompressor mit Luftschlauch – der entfällt beim PowerCure
- SikaActivator-205 für die Reinigung und Aktivierung
- Sikasil WT-480, Zwei Komponenten-Silikonklebstoff, oder Sikasil AS-66 als beschleunigten Silikonklebstoff
- fusselfreie Papiertücher
- Verglasungsklötze oder Abstandhalter je nach Systemgeber
- Klotzheber und Keil
- Gummihammer
- Schutzhandschuhe
- Cutter- oder Vibrationsmesser
- Glassauger
- Arbeitsböcke
- Leiter
- Bodenschutzfolie
Scheibentausch Schritt für Schritt
Vor der Fahrt auf die Baustelle sollten Fensterbauer unbedingt die Verklotzungsrichtlinien des Fenster-Systemgebers oder Herstellers lesen und diesen zudem in Hinblick auf den Einsatz des geeigneten Klebstoffs ansprechen. Sika Deutschland bietet dabei Hilfestellung. Wichtig ist: Nach der Verklebung weisen Handwerker den Kunden darauf hin, dass er den Flügel erst nach 24 Stunden wieder öffnen darf.
Schritt 1: Entfernen Sie zuerst vorsichtig die Glashalteleiste per Keil und Gummihammer.
Schritt 2: Schneiden Sie mit einem Cutter-/Vibrationsmesser die alte Verklebung durch.
Schritt 3: Heben Sie mit Glassaugern die Verglasung aus dem Flügel.
Schritt 4: Nun schneiden Sie den restlichen Klebstoff vom Flügelprofil ab.
Schritt 5: Jetzt benetzen Sie ein Papiervlies mit SikaActivator-205 und fahren Sie damit in einem Rutsch über die Klebeflächen.
Schritt 6: Nach mindestens zehn Minuten Trocknung setzen Sie das mit SikaActivator-205 gereinigte neue Glas in den Flügel.
Schritt 7: Richten Sie das Isolierglas mit umlaufend gleichen Abständen zum Rahmen aus und setzen Sie die Klötze.
Schritt 8: Setzen Sie einen Mischer auf die Klebekartusche, stellen Sie den Druck ein und ziehen Sie Proberaupen auf Karton.
Schritt 9: Jetzt ziehen Sie an allen vier Seiten des Flügels eine Kleberaupe auf – je nach System bleiben die Ecken frei.
Schritt 10: Schlagen Sie die Glasleisten innerhalb von zehn Minuten nach dem Klebstoffauftrag mit einem Gummihammer an.