Am 6. und 7. November 2018 sind in der Ravensburger Oberschwabenhalle zwölf Schülerteams in handwerklichen Disziplinen gegeneinander angetreten. Die Kreishandwerkerschaft Ravensburg hatte eingeladen; GFF machte sich am zweiten Tag des Wettbewerbs vor Ort ein Bild von diesem Event.
Der Einladung, an den Handwerker-Games der Kreishandwerkerschaft Ravensburg und des Staatlichen Schulamts Markdorf teilzunehmen, waren am siebenten November zwölf Teams, bestehend aus Achtklässlern, gefolgt. Je fünf Mädchen und Jungen gingen in den Mannschaften an die zehn teils kniffeligen Aufgaben; natürlich lautstark angefeuert von Mitschülern und Lehrern.
Entstanden sind die Handwerker-Games, um den heute schon realen Personalbedarf im Handwerk künftig besser zu decken. Literarisch angelehnt an die beliebte Filmreihe „The Hunger Games“ mit Schauspielerin Jennifer Lawrence, kämpfen die Schüler nicht ums Überleben, sondern um Preisgeld von insgesamt 2.000 Euro für die Klassenkasse – zur Verfügung gestellt von der Werner und Elfi Spaeth Stiftung. Um die Nachwuchsgewinnung anzukurbeln und Schüler für einen Handwerksberuf zu begeistern, hat sich die Kreishandwerkerschaft Ravensburg an Studierende des Fachbereichs Eventmanagement der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) gewandt, die im Zuge eines Projekts das Konzept für den Wettkampf entwickelten. Für Kreishandwerksmeister Michael Bucher stand nach der erfolgreichen Premiere im Herbst 2018 fest, die Handwerker-Games auch dieses Jahr wieder stattfinden zu lassen.
Handwerksbetriebe nahmen Gewinneinbußen in Kauf
In seiner Begrüßung ging Bucher auf das große Engagement der teilnehmenden Handwerksbetriebe ein. Sie planten die Spiele, stellten das Material und vernachlässigten ihr Tagesgeschäft, um den Schülern ein besonderes Erlebnis zu bieten. Die Bau-Innung Ravensburg etwa stellte die Teams vor die Herausforderung, einen Turm aus Ziegeln und Betonplatten zu bauen, die Landmaschinenmechaniker aus Oberschwaben ließen sie den Reifen einer Schubkarre wechseln und die Fachinnung für Glas, Fenster, Fassade Bodensee-Oberschwaben-Hohenzollern forderte von den Spielern, ein Fenster aufzuhebeln. Die von Kneer-Südfenster in Westerheim und der Firma Striegel in Bad Saulgau-Bierstetten gesposerten Fenster und von Glas Trösch zur Verfügung gestellten Glasscheiben galt es, vor dem zweiten Wettkampftag wieder einbruchstauglich zu machen. Diese Aufgabe übernahmen die Auszubildenden der teilnehmenden Fensterbaubetriebe.
Im letzten Jahr scheiterten alle Teams an der Aufgabe
Um den Schülern eine reelle Chance auf Erfolg zu geben, sagte der Obermeister der Fachinnung, Markus Weber, hätten die Profis die Elemente dieses Mal „downgegradet“. Die Sicherheitsfenster des Vorjahres hatten die Teilnehmer vor zu große Schwierigkeiten gestellt. Auch die Standardfenster hatten es in sich. Nach drei Runden waren drei Einbruchversuche erfolgreich. Obermeister Weber war trotzdem zufrieden. Er rechne zwar
Selbst wenn sich nur ein einziger Schüler für einen Handwerksberuf entscheidet, war die Veranstaltung ein Erfolg.
nicht sofort mit einer Auswirkung auf Ausbildungszahlen, sieht die Veranstaltung aber als Möglichkeit, die Schüler mit den verschiedenen Handwerksberufen vertraut zu machen und in Zukunft davon zu profitieren. Ähnlich sieht es Tania Hastings vom Staatlichen Schulamt Markdorf. Bei der Siegerehrung bedankte sie sich bei Schülern, Lehrern und Handwerkern für die Teilnahme. Die Handwerker-Games seien ein voller Erfolg, auch wenn sich nur eine Handvoll Schüler oder nur einer der Anwesenden für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden würden.
Nach fast sechs Stunden Handwerker-Games sicherten sich die Gewinner der Gemeinschaftsschule Horgenzell 800 Euro für die Klassenkasse. Die Zweitplatzierten der Realschule Bad Waldsee erhielten 600 Euro und die Dritt- und Viertplatzierten der Achtalschule Baienfurt immerhin noch 400 bzw. 200 Euro. Kreishandwerksmeister Bucher sieht in dem Konzept eine Chance auch für andere Handwerksvertretungen, um infolgedessen bleibendes Interesse für die verschiedenen Branchen bei Schülern zu wecken.