Neubau der Sicherungsverwahrung der JVA Tegel Zwischen Gitter und Gardine

Die Unterbringung von Sicherungsverwahrten muss sich neuerdings deutlich von der von Inhaftierten unterscheiden. Um dies zu realisieren, verzichteten die Verantwortlichen beim Neubau der JVA Tegel auf die im Gefangenenbereich üblichen Stabgitterfenster.

Das zweiteilige Standardfenster ist eine konstruktive Einheit bestehend aus einem großformatigen, mit transparentem Spezialsicherheitsglas fest verglasten Element, einem verglasten, zu öffnenden Lüftungsflügel sowie einem vor dem Lüftungsflügel eingespannten, ausbruchsicheren Schmuckelement aus Hartmanganstahllochblech. - © Stephan Falk/Jansen

Stattdessen hat jedes Zimmer ein Panoramafenster mit einer Festverglasung und einem Öffnungsflügel, der durch ein davor befindliches Schmuckelement gesichert ist. Das ausbruchsichere Lochpaneel und das Stahlprofilsystem VISS RC3 von Schüco Stahlsysteme Jansen bilden eine konstruktive Einheit. Die Fensterelemente sind als thermisch getrennte Pfosten/Riegel-Konstruktion hergestellt, mit einem Drehflügel aus Janisol Primo und einer Zweischeiben-Isolierverglasung gemäß den Vorgaben der gutachterlichen Stellungnahme.

Ausbruchsicherheit gewährleistet

Das ausbruchsichere Lochpaneel gestalteten die Architekten im Zuge der Entwurfsplanung. Es handelt sich um ein zwölf Millimeter dickes Stahlblech aus Hartmangan mit ellipsenförmigen Ausschnitten unterschiedlicher Abmessungen. Die Herstellung der Lochpaneele erfolgte durch Lasern. Den Sicherheitsanforderungen für die Gitter entspricht die maximale Abmessung von zwölf mal 30 Zentimeter. Das Lochblech ist in der Pfosten/Riegel-Konstruktion so befestigt, dass es bis zu einer horizontalen Zugkraft von 30 Kilonewton nicht herausgerissen wird. Die Belastungsprüfung erfolgte an der MFPA Leipzig.

Gute Wärmedämmwerte

Einer gutachterlichen Stellungnahme zufolge konnte damit auf Gitter vor den Fenstern verzichtet werden. Die Festverglasungen und Türelemente der Außenfassaden entsprechen der Risc Classification (RC) 3; die innere Scheibe der Isolierverglasung erfüllt Vorgaben der Widerstandsklasse P6B. An der zweiten Scheibe ist das Lochpaneel in die Pfosten/Riegel-Konstruktion eingespannt: Glas und Lochblech bilden eine konstruktive Einheit. Der Ucw-Wert der Fassade mit einer Zweifach-Isolierverglasung liegt bei 1,3 W/m²K. Die übrigen Bereiche sind als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ausgeführt, das durch eingebettete Karbonfasern schlagfest bis 70 Joule sowie ballwurfsicher ist.

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