Im Skype-Gespräch mit GFF räumt Glasermeister Wolfgang Gastel mit den absurden Gerüchten auf, der Fachverband GFF BW wolle nach dem Austritt aus dem BIV einen eigenen Bundesverband gründen. Wahr ist, dass der stellvertretende Vorsitzende und seine Vorstandskollegen im Landesinnungsverband langfristige Ziele verfolgen und den Fensterbau voranbringen wollen – wie auch bisher schon.

Der Fachverband GFF BW hat Ende Juni auf seiner Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen, zum Jahresende aus dem Bundesinnungsverband (BIV) des Glaserhandwerks auszutreten. Im Skype-Gespräch mit GFF räumt der stellvertretende Vorsitzende Wolfgtang Gastel mit Gerüchten auf, dass der GFF BW einen eigenen Bundesverband für den Fensterbau gründen wolle. "Wir haben einen Bundesinnungsverband, so dass sich die Frage nicht stellt." Er mahnt allerdings an, dass der BIV die politischen Interessen des Glaserhandwerks besser vertreten müsse. "In den vergangenen Jahren sind wir als zerstrittener Haufen wahrgenommen worden."
Unumstritten in Baden-Württemberg
Der GFF BW selbst will – wie auch bisher schon – weiter daran arbeiten, den Fensterbau voranzubringen. Mit seiner technischen Beratungsstelle sieht sich der Verband gut aufgestellt. Je nach Bedarf und Thema hält Gastel es zudem für sinnvoll, mit anderen Landesverbänden im Rahmen einer losen Arbeitsgemeinschaft zusammenzuarbeiten. "Wir wollen uns nicht einkapseln", betont der stellvertretende Landesinnungsmeister.
Auf der jüngsten Mitgliederversammlung sprachen die Delegierten ihm und LIM Jürgen Sieber sowie den weiteren Vorstandskollegen einstimmig das Vertrauen aus. Für Gastel ein klares Votum dafür, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. "Wir haben langfristige Ziele, die wir umsetzen wollen", betont Gastel. "Wir wollen den Verband für die nächsten Jahrzehnte aufstellen und unseren Nachfolgern einmal kerngesund übergeben." Wohltuend ist, wie uneitel Gastel und seine Kollegen diese Aufgabe angehen. Es gehe ihnen um den Verband und nicht um die eigene Person. "Wir wollen kein Denkmal dafür", sagt der Glasermeister.
Asbest von oben regeln
Den gegenteiligen Eindruck vermitteln so manche Akteure aus anderen Landesinnungsverbänden, die beim Thema Asbest vorpreschen. Für Gastel ist das der falsche Weg – und sogar kontraproduktiv. "Wir müssen aufpassen, dass Asbest und Glaserhandwerk nicht gleichgesetzt werden." Seiner Meinung nach muss es einheitliche Empfehlungen von oben geben. "Das Thema muss von der Politik geregelt werden", sagt Gastel. Betrieben empfiehlt er aktuell, bei entsprechendem Gebäudealter den Kunden über die potenzielle Asbestbelastung zu informieren und verdächtige Materialien zu beproben. Dazu ist der sog. kleine Asbestschein erforderlich.
Das komplette Skype-Gespräch lesen Sie in der aktuellen GFF-Septemberausgabe.