GFF: Herr Jahn, Remmers stellt angesichts der Coronakrise Desinfektionsmittel her. Inwiefern mussten Sie Ihre Produktionsanlagen dafür umstellen?Jahn: Wir benutzen für die Herstellung unsere Leitstrahlmischer. Die großen Produktionsmaschinen von 15 Kubik haben den Vorteil, dass sie explosionsgeschützt sind. Natürlich produzieren wir auf den Anlagen für gewöhnlich Farben und Lacke, deswegen mussten wir sie leeren sowie aufwändig reinigen. Mittlerweile füllen wir die Desinfektionsmittel auch in Ein-Liter-Flaschen ab, das ist natürlich nicht die übliche Menge. Planung und Aufwand stecken da schon dahinter.
Was bedeutet die Umstellung für Ihre Mitarbeiter in der Fertigung – ändert sich für sie infolgedessen der Workflow? Im Vorfeld kamen die Umrüstungsarbeiten hinzu, der Workflow selbst ist ähnlich wie zuvor. Allerdings sind die Rohstoffe und die Mischungen anders, aber das haben unsere Mitarbeiter in einer kleinen Umschulung schnell gelernt. Desinfektionsmittel lassen sich deutlich einfacher herstellen als Hochleistungslacke. Und: Diese neue Aufgabe gibt uns einen moralischen Schub. Denn wir sind stolz darauf, etwas Gutes zu tun und uns so gesellschaftlich zu engagieren.
Wie lange halten Sie die Desinfektionsmittelherstellung aufrecht?
Der Bedarf war und ist immer noch sehr hoch. Aufgrund der aktuell vorhandenen Nachfrage haben wir uns entschieden, die Desinfektionsmittel in großem Maßstab herzustellen. Die Rückmeldungen der belieferten Einrichtungen, u.a. vom Roten Kreuz und von den Krankenhäusern, sind positiv – da ist viel Dankbarkeit zu spüren. Wir produzieren aus dem Grund so lange weiter, wie es das Reglement zulässt.
