Damit hat keiner gerechnet: Das Fensterbauunternehmen Helmut Meeth hat beim Amtsgericht Wittlich Insolvenzantrag gestellt. Die schwache Baubranche und IT-Probleme führten zur Schieflage. So schätzt der vorläufige Insolvenzverwalter die Lage ein.
Das Fensterbauunternehmen Helmut Meeth mit Sitz in Wittlich hat am 6. Februar aufgrund von Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Das zuständige Amtsgericht Wittlich ist dem Antrag gefolgt und hat am gleichen Tag Rechtsanwalt Dr. Alexander Jüchser von Lieser Rechtsanwälte in Trier zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Eine Pressemitteilung der Kanzlei legt die Hintergründe der Insolvenz offen.
Helmut Meeth: Schwache Baubranche und IT-Probleme führten zur Schieflage
Ein maßgeblicher Grund für die Insolvenz der Firma Helmut Meeth ist demnach die tiefgreifende Krise in der deutschen Bauwirtschaft. Nach einem weiteren schwachen Konjunkturjahr der Bauwirtschaft 2023 waren auch 2024 die Baugenehmigungen für den Wohnungsbau weiter gesunken. In Folge dessen wurden weniger Fenster, Türen und Schiebeanlagen von den Auftraggebern des Fensterspezialisten bestellt. "Die schwache Konjunktur führte zu beträchtlichen Umsatzeinbrüchen", heißt es in der Mitteilung.
Verstärkt wurde die finanzielle Krise, als bei dem Unternehmen gravierende Schwierigkeiten mit den bestehenden IT-Systemen hinzu kamen. Technische Probleme führten zu erheblichen Störungen
in den Betriebsabläufen, die letztlich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zusätzlich belasteten.
Betrieb läuft weiter – Chancen auf Sanierung
Das Unternehmen Helmut Meeth beschäftigt derzeit insgesamt 90 Mitarbeiter. Diese wurden im Rahmen einer Betriebsversammlung über die aktuelle Situation informiert. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien bis Ende März 2025 durch das Insolvenzgeld gesichert.
Dr. Alexander Jüchser und sein Team analysieren aktuell die wirtschaftliche Lage bei Helmut Meeth, um eine nachhaltige Sanierungslösung für das Unternehmen zu erarbeiten. Trotz der Insolvenz bleibe der Geschäftsbetrieb stabil und läuft uneingeschränkt weiter. "Ich sehe eine gut qualifizierte und sehr motivierte Belegschaft, die sich loyal verhält und trotz der schwierigen Situation am Markt im Unternehmen anpackt. Mein Team und ich werden alle Optionen prüfen, um Helmut Meeth fortzuführen und zu erhalten", sagt der vorläufige Insolvenzverwalter.
Stabile Auftragslage – Investor gesucht
Zuversicht auf eine gute Sanierungslösung mache die derzeit stabile Auftragslage mit einer wieder gestiegenen Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen von Helmut Meeth. "Die Auftragslage ist erfreulich gut. Optimistisch stimmt mich, dass das Unternehmen über innovative Qualitätsprodukte wie Fenster, Türen und Schiebeanlagen in Premium-Qualität sowie über ein hochqualifiziertes Team verfügt. Das sind entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Sanierung", erklärt Dr. Alexander Jüchser.
Nun soll ein neuer oder zusätzlicher Investor gesucht werden, der bereit ist, frisches Kapital zu geben. Denn das Ziel sei es, für das Unternehmen eine Zukunftslösung zu finden und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. In den kommenden Wochen werden Gespräche mit Gläubigern, Banken und potenziellen Investoren geführt.
Hintergrund
Zum 1. Oktober 2023 hatte Firmengründer Helmut Meeth sein Unternehmen in die Hände einer Beteiligungsgesellschaft (Do Capital Partners) übergeben. Die Unternehmensnachfolge war damit geregelt. "Die neuen Inhaber teilen die Werte und die Vision des Unternehmens und sind fest entschlossen, die Tradition und Qualität der Marke fortzuführen. Als unternehmerisch agierendes Family Office verfolgen sie das Ziel, das Unternehmen nachhaltig zu stärken und langfristig zu halten", hieß es damals. Nun muss das Unternehmen um seine Existenz kämpfen.
Die ausgegründete Do Fenster Gruppe als Eigentümerin von Helmut Meeth hatte zuletzt mit zwei Akquisitionen aufhorchen lassen und ihren Wachstumskurs vorangetrieben. So gehören mittlerweile auch Evers Bauelemente mit Sitz in Rothenburg/OL und Meissner Fenstertechnik zur Gruppe.
