Meeth zieht sich zurück Weru übernimmt Unilux

Gerade erst hatten die Aktionäre Alfred Meeth und dessen Tochter Dr. Valerie Meeth bekannt gegeben, dass Weru ihre Anteile (jeweils 25 Prozent) an Unilux übernommen habe. Da folgte schon der nächste Paukenschlag. Auch Werner Meeth verkauft seine Anteile (50 Prozent). Damit ist Weru Alleineigentümer der Gesellschaft.

Weru mit Sitz in Rudersberg hat Unilux nun vollständig übernommen. - © Weru

Die Freigabe zur ersten Anteilsübernahme gaben die zuständigen Kartellbehören in Deutschland und Österreich Mitte März. Unmittelbar danach begannen laut Harald Pichler, Vorsitzender der Geschäftsführung von Weru, die Verhandlungen mit Werner Meeth. Auch die jüngste Transaktion steht zwar noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Behörden, Probleme erwartet Pichler aber nicht: „Der Fenstermarkt ist sehr zersplittert. Zudem gab es ja bei der ersten Anteilsübernahme auch keine Probleme.“ Über den Kaufpreis vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen.

Weru nun Vollsortimenter

Mit der Transaktion will Weru nach eigener Aussage seine Marktposition als Fensterhersteller ausbauen. „Es handelt sich um die Partnerschaft zweier Marktführer“, sagt Pichler. „Durch die Zusammenführung von Weru und Unilux können wir unser Portfolio um entsprechende Komplementärprodukte ergänzen und einen wesentlichen Schritt unserer Strategie vollziehen.“ Das 1955 gegründete Familienunternehmen Unilux ist führender Anbieter von Holz- und Holz/Aluminium-Fenstern in Deutschland. Weru hingegen gilt als Nummer eins bei PVC-Fenstern. Das Ziel sei es, gemeinsam das Angebot an qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten und Dienstleistungen weiterzuentwickeln, um so die Marktpotenziale für weiteres Wachstum in Deutschland und Europa konsequent zu nutzen.

Unilux selbst will auf die gleiche Weise von der Übernahme profitieren. Unilux-Vorstand Dr. Gerhard Müller-Broll, der sich zu Details der Transaktion nicht weiter äußern wollte, erklärt hierzu: „Wir erwarten aus der Ergänzung der Produktprogramme einerseits und der sehr gut aufgestellten Vertriebsorganisation andererseits greifbare Vorteile am Markt.“

Fokus auf Vertriebsaktivitäten

Außer der Optimierung des Produkt­angebots will Weru gemeinsam mit Unilux die Vertriebsaktivitäten deutlich intensivieren. „Unsere beiden Sortimente überschneiden sich nur in geringem Maß. Daher ist das Potenzial, die jeweiligen Produkte in die Märkte zu bringen, enorm“, erläutert Pichler. Welche weiteren Synergieeffekte sich darüber hinaus in Zukunft erzielen lassen, sei aktuell noch nicht abzusehen.

Aus strategischer Sicht ist Unilux laut Pichler schon länger ein Kandidat für die Erweiterung von Weru gewesen. Konkrete Gespräche habe es aber erst während der zurückliegenden Monate gegeben. Eine große Rolle dürfte dabei die finanzstarke Beteiligungsgesellschaft H.I.G. Europe Capital gespielt haben, in deren Besitz sich Weru seit Anfang 2014 befindet. Laut Pichler fand die Übernahme in enger Abstimmung mit H.I.G. statt. Wolfgang Biedermann, Managing Director bei H.I.G. und Vorsitzender des Aufsichtsrats von Weru, sieht den Zukauf als strategischen Erfolg, der die Expansionsstrategie bei Weru untermauere: „Gemeinsam mit dem Management verfolgt H.I.G. die Strategie, Weru sowohl organisch als auch durch strategische Zukäufe zum führenden Hersteller von Fenstern und Türen in Europa zu entwickeln. Die Verbindung mit Unilux stellt einen wichtigen Baustein bei der Umsetzung dieser Strategie dar.“