Die Planung ist wichtig, wenn Gefängnisse, psychiatrische Einrichtungen und Regierungsgebäude sicherer werden sollen. Polizeihauptkommissar a.D. Gerald Lomp sprach dazu am Seminar "Der kleine Sicherheitsverantwortliche" des Verbands für Sicherheitstechnik (VfS) im niedersächsischen Hildesheim.

Immer wieder sind jüdische Einrichtungen Opfer antisemitischer Straftaten. Zudem steigt die Zahl der Übergriffe auf gefährdete Personen und schwerer körperlicher Auseinandersetzungen in Gerichtssälen. Vor diesem Hintergrund gewinnen sicherungstechnische Maßnahmen an Bedeutung.
Hoher Aufklärungsbedarf bei Planern und Architekten
"Es besteht ein hoher Aufklärungsbedarf", sagte Lomp zum Auftakt des dreitätigen Seminars "Der kleine Sicherheitsverantwortliche – Mechanik", zu dem der Verband für Sicherheitstechnik (VfS) vom 26. bis zum 28. November 2019 ins niedersächsische Hildesheim eingeladen hatte. "Architekten und Bauingenieure kennen sich oft zu wenig aus – das Thema spielt im Studium kaum eine Rolle." Der Polizeihauptkommissar a.D. war viele Jahre in der Zentralstelle für Prävention am LKA Niedersachsen tätig und hat u.a. Banken, Museen, Politiker mit Regierungsverantwortung, jüdische Einrichtungen und Gerichte beraten sowie Vorträge zu Themen rund um das kriminalistische Umfeld gehalten.
Lücken im mechanischen Sicherungssystem aufdecken
Auf dem Seminarprogramm standen u.a. der Aufbau und die Funktion von einbruchhemmenden Türen und Fenstern, der Umgang mit Normen und Richtlinien, die Beschuss- und Sprenghemmung von Glas, die IT-Sicherheit sowie die sichere Aufbewahrung von Waffen und Arzneimittelmitteln gemäß Betäubungsmittelgesetzt (BTM). Die Teillnehmer, darunter waren Mitarbeiter von Bauämtern, forensischen Kliniken, Justizvollzugsanstalten und Landeskriminalämtern, erhielten einen Überblick über mechanische Sicherungseinrichtungen, damit sie das Wissen bei künftigen Umbauten in die Gespräche mit Planern und Architekten einfließen lassen können. Doch wie geht man als Sicherheitsverantwortlicher ein Umbauprojekt an? "Zunächst sollte man eine Bestandsaufnahme machen und Lücken im mechanischen Sicherungssystem, z.B. einfach verglaste Fenster, aufdecken", sagte Lomp. Im nächsten Step seien elektronische Maßnahmen sinnvoll. Denn: "Die Alarmanlage meldet nur, sie bietet keinen Einbruchschutz."
Mehr über das VfS-Seminar sowie eine Umfrage zum Thema "Sicherheit" unter den Teilnehmern lesen Sie in der Januarausgabe von GFF .