Die Hilzinger-Gruppe gehört zu den großen Fenster- und Türenherstellern. Neben Deutschland ist die Firma in Frankreich, der Schweiz sowie angrenzenden Ländern tätig. In dem Familienbetrieb ist der Generationswechsel in vollem Gang. Wir sprachen mit Seniorchef Helmut Hilzinger und Sohn Roman über die Unternehmensentwicklung, Erfahrungen mit seriellem Bauen und das künftige Geschäft.
GFF: Herr Hilzinger, Ihre Firma wirbt mit dem Slogan Deutschlands große Fenstermarke. Wie geht es dem Unternehmen im Moment? Sind Sie zufrieden? 2023 schloss die Firmengruppe mit einem kumulierten Umsatz von rund 290,2 Millionen Euro ab. Für 2024 stehen die Zahlen noch aus.
Helmut Hilzinger: Ich möchte erst mal ein paar Jahre zurückblicken. 2022 war bis dahin unser bestes Jahr überhaupt. 2023 haben wir das sogar getoppt gegen alle Erwartungen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis. Wir haben natürlich gewusst, dass der Abschwung kommt. Das ging ja schon Ende 2023 los bei uns. Damals haben wir uns als Geschäftsleitung schon mit dem Status quo und der Zukunft beschäftigt und die Weichen gestellt. Wir vermuteten, dass wahrscheinlich auch Kurzarbeit auf uns zukommt, die wir überhaupt nicht kannten in der Vergangenheit. Seit fünf Jahrzehnten fahren wir unser eigenes Überstundenmodell. Wir waren ja früher von der saisonalen Zeit viel abhängiger als heute.
Sie meinen den klassischen Schlechtwetterzyklus, der früher besonders im Bauhauptgewerbe üblich war.
Helmut Hilzinger: Früher ging unsere Saure-Gurken-Zeit von Januar bis in den April, wenn man Pech hatte, sogar bis in den Mai. Das heißt, wir hatten immer Konjunktur in den letzten drei, vier Monaten des jeweiligen Jahres. Die Fenster müssen vor Weihnachten rein. So war das früher in Deutschland gang und gäbe.
2023, Sie haben es angesprochen, ging der Fenstermarkt bereits zurück, das setzte sich dann 2024 fort. Wie lief es voriges Jahr in Ihrem Unternehmen?
Helmut Hilzinger: 2024 war natürlich ein gewaltiger Unterschied zu dem, was wir die Jahre vorher kannten. Umsatz wie Ergebnis sind deutlich nach unten gegangen. Wir sind nicht mehr umhingekommen, da und dort in die Kurzarbeit zu gehen. Aber letztlich werden wir mit einem blaue Auge davonkommen. Nicht zuletzt wegen unseres tollen Überstundenmodells, das wir seit Jahrzehnten pflegen. Ich würde mir wünschen, dass die Politik unser Beispiel aufgreift. Ich bin überzeugt davon, dass man insgesamt Milliarden spart, wenn man mit den Überstunden und den Möglichkeiten anders umginge. Es gibt Modelle, die sich in die Tat umsetzen lassen.