Richtwert für die Zukunft Was ist der Hebel für Kohlendioxid-Reduktion im Bausektor?

Bauindustrie und Gebäudebestand sind für zirka 38 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich. Nutzungsemissionen bieten den größten Hebel für CO2-Reduktion im Bausektor. Das ergab eine Studie von S&B Strategy.

baustelle schmuckbild
© Dirks

Die M&A- und Strategieberatung S&B Strategy legt mit der Studie "Klimaneutralität 2045 oder politische Utopie? Herausforderungen und Lösungen, um die CO2-Emissionen im Gebäudebestand auf Netto-Null zu reduzieren" eine umfassende Evaluation zum aktuellen Beitrag der Bauindustrie und des Gebäudebestand an den CO2-Emissionen in Deutschland vor.

Der zweite Teil der Studie befasst sich mit der CO2-Intensität einzelner Baustoffe und zeigt mögliche Wege zu einer nachhaltigen Emissionsreduktion auf. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung in Deutschland das Ziel ausgegeben hat, die CO2-Emissionen bis 2045 auf Netto-Null zu senken.

"Großes Einsparpotenzial liegt in der Bauindustrie und dem Gebäudebestand, die für ca. 38 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes (Stand 2019) in Deutschland verantwortlich sind", heißt es in einer Mitteilung.

Unterscheidung in Prozess- und Nutzungsemissionen

Grundlegend für das methodische Vorgehen in der Studie ist die Unterscheidung in Prozess- und Nutzungsemissionen, die separat ausgewertet wurden.

Bei den Prozessemissionen geht es um die bei der Produktion anfallenden CO2-Emissionen, das heißt die Herstellung von Bauprodukten, die Verwendung bestimmter Werkstoffe sowie die entsprechende Gebäudehülle. Insgesamt machen die Prozessemissionen nur ein Viertel der CO2-Gesamtemissionen aus. 75 Prozent entfallen auf die Nutzungsemissionen, das heißt vor allem auf Heizung und Kühlung von Gebäuden.

Mögliche Handlungsfelder für die Baubranche, Politik und Verbände

Mögliche Handlungsfelder für die Bauindustrie liegen insbesondere in der Identifikation der eigenen CO2-Emissionen, der Bewertung regulatorischer und technologischer Entwicklungen sowie in wirtschaftlichen Optionen wie Zukäufe und Kooperationen, heißt es.

"Mit 38 Prozent der CO2-Emissionenen in Deutschland ist der Anteil der Bauindustrie und des Gebäudebestands sehr hoch. Die Herausforderung, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen, ist daher enorm, aber machbar", sagt Christoph Blepp, Managing Partner bei S&B Strategy und Mitautor der Studie.

"Der eingeschlagene Weg ist der Richtige. Allerdings sind die Ziele nur mit der konsequenten Erhöhung der Sanierungsquote und der zunehmenden Nutzung von nachhaltigen und CO2-neutralen Baustoffen wie Holz erreichbar", so Christoph Blepp.

Die Studie wird kostenlos auf der Webseite von S&B Strategy zur Verfügung gestellt.