Der finnische Glasverarbeiter Lasiluoto hat im Jahr 2025 in seine erste Vorspannanlage von Glaston investiert – und gewinnt damit neue Projekte, die vorher unerreichbar waren. Den Impuls für die Investition gab eine intelligente Automatisierungsfunktion.

Das Glasunternehmen Lasiluoto mit Sitz in Piikkiö, Finnland, verarbeitet seit 85 Jahren Glas und hat sich in dieser Zeit vom traditionellen Glaserbetrieb zum Spezialisten für anspruchsvolle Glasarchitektur entwickelt. Im März 2025 installierte das Familienunternehmen als erster Betrieb in Finnland die Vorspannanlage FC-Serie E von Glaston mit der Automatisierungsfunktion Autopilot.
"Wir hatten einen klaren Bedarf an größeren vorgespannten Gläsern, die unser Netzwerk an Zulieferern einfach nicht liefern konnte. Außerdem wollten wir die Möglichkeit haben, Gläser mit unterschiedlichen Beschichtungen zu verarbeiten und der wachsenden Nachfrage im Inland nach auffälliger Glasarchitektur gerecht zu werden", sagt Kari Lilja, Geschäftsführer von Lasiluoto.
Lilja führt das Unternehmen gemeinsam mit seiner Schwester Marjut Jokinen in dritter Generation. Über die Jahre verlagerte Lasiluoto seinen Schwerpunkt von der Massenfertigung kleiner Fensterformate hin zu Projekten mit großflächigen und architektonisch anspruchsvollen Glasstrukturen. "Wir sind keine Massenfertigung mehr für Fenster im Format eins mal eins Meter. Andere Unternehmen erledigen das effizienter", sagt Lilja.
Zehn Jahre Überlegung
Zirka zehn Jahre lang prüfte Lasiluoto nach eigenen Angaben verschiedene Optionen für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Die Beschaffung genau der Produkte, die das Unternehmen seinen Kunden anbieten wollte, sei zunehmend zur Herausforderung geworden. Zudem habe dem Team die Möglichkeit gefehlt, Gläser mit unterschiedlichen Beschichtungen effizient zu verarbeiten. Die Verbindung zwischen Lasiluoto und Glaston reicht weit zurück: Als das Unternehmen in den Bereich Isolierglas einstieg, entschied es sich für eine Anlage von Lenhardt – daraus ging später Bystronic Glass hervor, die schließlich unter der Marke Glaston weitergeführt wurde.
Bei der Entscheidung für die erste eigene Vorspannanlage prüfte Lasiluoto auch andere Anbieter. "Letztendlich haben wir uns für Glaston entschieden. Das war für uns die einzige realistische Option. Außerdem war es wichtig, auf ein finnisches Unternehmen zu setzen", sagt Lilja. Nach der Entscheidung sei alles schnell gegangen.
Autopilot als ausschlaggebender Faktor
Den entscheidenden Impuls für die Investition gab Glaston Autopilot – eine intelligente Automatisierungsfunktion, die den Bedienereingriff dem Hersteller zufolge auf ein Minimum reduziert und die Produktion vom ersten Tag an rationalisiert. "Ohne Autopilot hätten wir wahrscheinlich gar nicht investiert", sagt Lilja. "Da dies unser allererster Härteofen war, verfügten wir über keinerlei internes Fachwissen im Bereich des Glasvorspannens. Für uns war es entscheidend, auf die Unterstützung durch Autopilot zählen zu können, damit wir den Ofen sofort in Betrieb nehmen konnten, ohne sechs Monate lang durch Versuch und Irrtum lernen zu müssen."
Das System benötigt nach Herstellerangaben lediglich drei Eingaben – den Rest erledige es automatisch und wähle eigenständig die richtigen Produktionsrezepte aus. Für ein Unternehmen ohne Erfahrung im Vorspannen sei das ein entscheidender Vorteil gewesen.
Schulung und schnelle Ergebnisse
Die Mitarbeitenden von Lasiluoto erhielten im Juni 2025 eine Schulung im Glaston-Werk. Im August organisierte Glaston drei weitere Tage technische Unterstützung vor Ort. "Wir haben außerdem beschlossen, die Glaston-Werke in Tampere zu besuchen, um mehr über den gesamten Vorspannprozess zu erfahren und zu lernen, wie wir die Anlage noch besser nutzen können", sagt Lilja.
Bereits kurz nach der Inbetriebnahme verzeichnete Lasiluoto erste Ergebnisse. "Der Ofen war bereits intensiv im Einsatz. Wir haben ein sehr hohes Qualitätsniveau erreicht und sogar einige neue Projekte gewonnen, für die wir uns ohne diese Investition nicht hätten bewerben können", sagt der Geschäftsführer. Besonders überzeugt ihn die Planität der vorgespannten Scheiben: Die Beschichtungen blieben intakt, und selbst die größten Gläser kämen plan aus der Anlage – ein entscheidender Punkt, da Lasiluoto das Glas anschließend auf seiner Isolierglaslinie weiterverarbeite.
"Wenn das Glas nach dem Härten nicht plan ist, lässt es sich unmöglich in Isolierglas-Einheiten verwenden", erläutert Lilja. "Eigentlich ist es ein lustiger Prozess. Man führt das Glas in die Vorspannanlage ein, und es kommt genau so wieder heraus, wie es hineingegangen ist. Und genau das will man ja."
Wachsende Nachfrage nach großformatigem Sicherheitsglas
Lasiluoto plant bereits die nächsten Schritte. "Die FC-Serie E war eigentlich nur der erste Schritt. Natürlich müssen wir realistisch bleiben und Schritt für Schritt vorangehen", sagt Lilja. Er beobachte einen wachsenden Trend hin zu Sicherheitsglas in größeren Formaten mit unterschiedlichen funktionalen Eigenschaften. "Wir beobachten einen wachsenden Trend hin zu auffälligerem und eindrucksvollerem Glas in der Architektur – und zu Glas, das unseren rauen klimatischen Bedingungen im Norden standhält", sagt er. Mit der Vorspannanlage, die automatisch die richtigen Produktionsrezepte auswähle, möchte das Unternehmen künftig weitere Möglichkeiten erschließen, um übergroßes vorgespanntes Glas zu liefern.