Mit strukturierten Daten zur eigenen KI: Im dritten Teil unserer KI-Serie erläutert Autor Matthias Brack, wie Handwerksbetriebe aus ihren Erfahrungen lernen und sich digitale Helfer bauen, die Zeit, Geld und Nerven sparen.

Wer kennt das nicht: Zehn Anfragen kommen gleichzeitig, der Kopf ist voll, das Telefon klingelt, die Baustelle drückt, und die große Frage bleibt – wo lohnt es sich, Energie reinzustecken? Bei uns im Betrieb liefert diese Antwort inzwischen eine KI. Sie schaut sich an, was wir aus der Vergangenheit wissen: Woher kommt der Kunde? Was ist ihm wichtig? Welches Budget steht bereit? Bis wann will er starten? Daraus berechnet das System, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass am Ende ein Auftrag zustandekommt – mit zirka 70 Prozent Trefferquote. Das klingt erst mal nach großem Aufwand, war am Ende aber ein machbares Projekt. Und das Beste: Die Investition hat sich innerhalb weniger Monate gerechnet.
Seit mehr als fünf Jahren läuft die KI nun zuverlässig mit, spart uns unnötige Beratungsgespräche, reduziert Leerlaufzeiten, hilft uns, die richtigen Prioritäten zu setzen – und gibt dem gesamten Team mehr Sicherheit.
Strukturierte Daten: die Grundlage von allem
Damit so etwas funktioniert, braucht es nicht gleich High-End-Technik. Es braucht vor allem eine saubere, belastbare Datenbasis. Viele Handwerksbetriebe sitzen auf einem Datenschatz, ohne es zu wissen. Angebote, Kundengespräche, Projektabläufe, Materialverbräuche, Maschinenlaufzeiten – überall stecken wertvolle Informationen drin. Entscheidend ist nicht nur, diese Daten zu erfassen, sondern sie auch vergleichbar zu machen. Weg von der Telefonnotiz oder dem Bauchgefühl hin zu einer Form, die sich auswerten lässt. Schon einfache Schritte wie digitale Anfragenerfassung, standardisierte Angebotsvorlagen oder die regelmäßige digitale Erfassung von Baustellendaten bringen den Betrieb in Verbindung mit KI hier gewaltig voran.