Für die Planung einer Fassadenkonstruktion spielen die Wärmebrücken-Analyse und das Design eine wichtige Rolle. GFF-Online zeigt im Praxistipp Schritt für Schritt, wie sich Handwerker und Architekten dem Thema online nähern und wichtige Aspekte ihres jeweiligen Vorhabens erfassen.
Auf der Webseite www.maas-fassadenplanung.de bietet das Unternehmen Maas Profile Architekten, Planern, Handwerkern, Bauherren und Investoren die Möglichkeit, mit einem Programm in wenigen Schritten eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade zu planen und unter bauphysikalischen Gesichtspunkten sowie Beachtung der EnEV 2014 zu analysieren.
Design als Ausgangspunkt
Als Ausgangspunkt macht der Nutzer mit dem Designkonfigurator die optische Wirkung verschiedener Fassadenbekleidungen aus Metall sichtbar. Er legt in der Maske schrittweise sein gewünschtes Projekt mit dem Online-Planungswerkzeug an – inklusive Gebäudeform, Verkleidung, Verkleidungstyp, Verlegeart sowie Farbe. Das Programm weist jede Veränderung im Bild aus und macht damit die Auswirkungen der Modifikationen optisch nachvollziehbar. Die Konfiguration speichert der Anwender als PDF-Datei ab.
Den U-Wert in Echtzeit berechnen
Danach kommt der U-Wert- bzw. Feuchterechner zum Einsatz. Mit diesem Hilfsmittel konfiguriert der Nutzer verschiedene Unterkonstruktionssysteme für die vorgehängte, hinterlüftete Fassade und vergleicht Varianten jeweils mit Blick auf den geforderten Wärmedurchgangskoeffizienten. Während der Anwender die Parameter einstellt, berechnet die Software in Echtzeit U-Wert sowie Feuchteschutz. Dabei berücksichtigt der Maas-Fassadenplaner sowohl punktuelle als auch linienförmige Wärmebrücken. Das Programm gibt Auskunft zu wichtigen Aspekten: Welche Dämmstoffdicke ist nötig, den gewünschten U-Wert zu erreichen? Welches Einsparpotenzial bietet die Sanierung im Verhältnis zum Neubau einer Fassade? Als Entwurf speichert und druckt der Nutzer gratis die Dokumentation zur von ihm konfigurierten Fassade und den Nachweis hinsichtlich U-Wert-Berechnung und Feuchteschutz.
Statische Bemessung
Zusätzlich arbeitet das Unternehmen an einem Tool für die statische Vorbemessung. Für die Planung und Kalkulation spielen die Vordimensionierung und die Ermittlung der Wandhalter sowie Fassadendübel eine tragende Rolle. Die Parameter sind abhängig vom Verankerungsgrund und von den vertikalen Lasten, welche auf die Unterkonstruktion einwirken. Der erweiterte Fassadenplaner ermögliche künftig die Bemessung dieser Faktoren. Das Programm unterstützt den Planer bei der Kostenschätzung und Handwerker bei der Kalkulation. Wie viel der Bauherr pro Quadratmeter Außenwandfläche jedes Jahr an Energiekosten einspart, sieht er, sobald er einen der drei Parameter des U-Wert-Rechners verändert. Als Grundlage für die Ermittlung der Wärmeverluste durch Wärmebrücken dient die Studie der RWTH Aachen mit 2D- und 3D-Berechnungen nach der Finite-Elemente-Methode (FEM) gemäß DIN EN ISO 10211.
Anwendung Schritt für Schritt
Schritt 1: Zuerst wählen Sie im Designkonfigurator die Gebäudeart für das Projekt aus, je nach privater oder gewerblicher Nutzung.
Schritt 2: Nun entscheiden Sie sich zwischen verschiedenen Optionen für die gewünschte Verkleidungskonstruktion.
Schritt 3: Über die Verlegeart bestimmen Sie die spätere Optik der Verkleidung für das zu planende Projekt.
Schritt 4: Für die Fassaden-Verkleidung steht eine Palette an verschiedenen Farben zur Verfügung. Diese Bandbreite ist in der Beratung nützlich.
Schritt 5: Das Programm visualisiert die vorgenommene Auswahl und vermittelt dem Architekten oder Handwerker einen optischen Eindruck von den Auswirkungen.
Schritt 6: Definieren Sie die tragende Wand über die Bauteilbibliothek mit vorgegebenen Typen oder legen Sie einen eigenen Aufbau mit U-Wert, Schichtdicke und Rohdichte fest.
Schritt 7: Zunächst sollten Sie Art und Beschaffenheit des Untergrunds angeben. Im Anschluss daran gilt es, aus drei vorgegebenen U-Werten, wie sie der Gesetzgeber vorsieht, den für das jeweilige Vorhaben geforderten zu wählen.
Schritt 8: Als Alternative zu den vorgegebenen U-Werten nähern Sie sich durch die Definition der Konsolen bzw. durch deren Anzahl, die Wärmeleitgruppe und die Dicke des Dämmstoffs an einen individuell gewünschten U-Wert an.
Schritt 9: Legen Sie die Stückzahl der Konsolen pro Quadratmeter und damit die potenziellen Wärmebrücken fest; die Wärmeleitgruppe der Dämmung und die Dicke des Dämmstoffs ändern sich in Abhängigkeit vom angestrebten U-Wert.
