Kölner Dombauhütte unterstützt Wiederaufbau Vier Fenster von Notre-Dame erstrahlen in neuem Glanz

Im April 2019 stand die Kathedrale Notre-Dame in Flammen. Rund fünfeinhalb Jahre nach dem Wiederaufbau erstrahlt das Pariser Wahrzeichen in neuem Glanz – auch dank Unterstützung der Kölner Dombauhütte, die vier Fenster aus dem südlichen Langhaus restauriert hat.

Die Brandkatastrophe löste weltweit tiefe Betroffenheit aus – und eine Welle der Spendenbereitschaft.
Die Brandkatastrophe löste weltweit tiefe Betroffenheit aus – und eine Welle der Spendenbereitschaft. - © QuentinH (stock.adobe.com)

Bei dem verheerenden Großbrand von Notre-Dame am 15. April 2019 stürzten der gesamte Dachstuhl sowie Teile des Gewölbes ein, während die Hauptstruktur der Kathedrale weitgehend erhalten blieb. Die Katastrophe löste weltweit tiefe Betroffenheit und eine Welle der Solidarität aus, die von zahlreichen Spendenaktionen begleitet wurde.

Auch aus Deutschland kamen viele Unterstützungsangebote für den Wiederaufbau des Pariser Wahrzeichens. Auf höchster politischer Ebene sicherten der damalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner umgehende Hilfe zu.

Alsbald konkretisierte sich der Entschluss, die deutschen Spendengelder in die Restaurierung von Glasmalereien zu investieren. So wurde kalkuliert, dass mit der Gesamtsumme vier Fenster der Kathedrale erneuert werden können. Bei der Wahl der Werkstatt war man sich schnell einig: Die Kölner Dombauhütte sollte die Restaurierungsarbeiten ausführen, da sie über die nötigen personellen Kapazitäten verfügt, um ein solches Großprojekt realisieren zu können.

Mosaike mit abstrakten Mustern

Und so kam es, dass am 7. April 2022 der Lkw einer französischen Kunstspedition 44 Holzkisten bei der Werkstatt der Kölner Dombauhütte anlieferte. Der Inhalt: 316 Glasmalereifelder von vier Fenstern aus Notre-Dame mitsamt Eisenrahmenkonstruktionen. Für die Einlagerung der Bauteile war viel Platz erforderlich, denn selbst ohne Rangierfläche nahmen alle Kisten eine Stellfläche von etwa 30 Quadratmeter ein.

Die vier jeweils zirka 22 Quadratmeter großen Fenster gehören zu einem Zyklus von zwölf Fenstern aus dem südlichen Langhaus der Kathedrale. Entworfen hat sie der renommierte französische Glasmaler, Grafiker und Kupferstecher ­Jacques Le Chevallier. Bei der Gestaltung der Fenster setzte er auf kleine Mosaike aus unterschiedlich großen Rechtecken mit abstrakten Mustern in hellen sowie blauen, roten und grünen Farbtönen. Der Einbau der Chevallier-Fenster erfolgte im Jahr 1965. Dort blieben sie schließlich 54 Jahre unversehrt an ihrem Platz – bis zu dem Brand vor mehr als fünf Jahren.

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