Steuerbonus für Handwerkerleistungen beschnitten VFF und BF pro Kabinettsbeschluss

Obschon Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Zustimmung der Länder zur geplanten steuerlichen Förderung für energetische Modernisierungen durch die gleichzeitige Beschränkung beim Steuerbonus für Handwerkerleistungen auf Rechnungen ab 300 Euro zu erwirken trachtet, haben VFF und BF den entsprechenden Kabinettsbeschluss begrüßt.

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Ulrich Tschorn ist Geschäftsführer des Verbands Fenster+Fassade (VFF) mit Sitz in Frankfurt. - © Kober

Beim traditionellen Dezember-Termin des Verbands Fenster+Fassade (VFF) in Frankfurt streifte Geschäftsführer Ulrich Tschorn das erst tags zuvor aufgebrachte Thema und unterstrich, dass seiner Meinung nach Kürzungen beim Steuerbonus für Handwerkerleistungen bzw. dessen Beschränkung auf Rechnungen ab 300 Euro den bürokratischen Aufwand reduzierten. GFF-Online hatte den vorangegangenen Kabinettsbeschluss, nach dem ab diesem Jahr eine Milliarde Euro p.a. für die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen ausgeschüttet und für die Ausweitung von KfW-Programmen auf den Förderstandard Effizienzhaus Plus für den Nichtwohnbau zusätzlich 200 Millionen Euro lockergemacht werden sollen, am Rand der ansonsten unbeschwerten Weihnachtsfeier angesprochen.

Gespräche in Netzwerken

VFF und BF hatten in einer gemeinsamen Erklärung darauf hingewiesen, der Berliner Beschluss – resultierend u.a. aus "zahlreichen Gesprächen (der genannten Verbände; d. Red.) in den Netzwerken" – bringe das Thema Energieeffizienz im Gebäudebereich endlich auf die politische Agenda. Allerdings, dem widersprach auf Nachfrage auch Verbandsprofi Tschorn nicht, hat sich zunächst an der Ausgangsposition noch nicht so viel geändert. Denn Absichtserklärungen aus der Bundespolitik, entsprechende Aktivitäten privater Sanierer fiskalisch honorieren zu wollen, hatte es während der zurückliegenden Jahre bereits zuhauf gegeben. Gescheitert war das Vorhaben stets am Votum der (teils klammen) Bundesländer, welche auch die Aussicht auf Folgeinvestitionen, die Gabriel mit einer Summe von bis zu zwölf Milliarden Euro bezifferte, nicht zu überzeugen vermocht hatte.

Gabriel kontra Handwerk

Dazu kommt nun, dass Gabriel das Fass Steuerbonus für Handwerkerleistungen aufmacht – und prompt bei Spitzenvertretern von ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer über die Präsidenten der Handwerkstage in Bayern und Baden-Württemberg, Georg Schlagbauer und Joachim Möhrle, bis hin zum Bundesinnungsmeisters (BIM) des deutschen Glaserhandwerks, Martin Gutmann, auf klare Ablehnung stößt; Letzterer sagte GFF-Online auf Anfrage wörtlich: "Es darf nicht so weit kommen, dass die absetzbare Handwerkerrechnung auch nur ansatzweise infrage gestellt wird." So erfüllt der Steuerbonus auch nach Meinung von Wollseifer seinen ursprünglichen Zweck und dämmt die volkswirtschaftlich schädliche Schwarzarbeit ein. Noch scheint also reichlich unklar, ob alles eintritt wie bejubelt – und ob das wünschenswert wäre.

GFF kommentiert in seiner Januarausgabe, die am 14.1.15 erscheint, die jüngsten Vorkommnisse, beleuchtet Einflüsse der und Auswirkungen auf die Branche und berichtet über den traditionellen Dezember-Termin des VFF in Frankfurt.