Ein Fachseminar, sieben Themen Türen von heute für morgen

Rund hundert Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchen, darunter viele Planer und Ingenieure, lauschten den Vorträgen verschiedener Unternehmen auf dem Fachseminar „Türen von heute für morgen“ am 5. November 2019 in Köln. Auf dem Programm standen Themen wie die Produktnorm DIN EN 14351-2 für Innentüren, die Fehleranfälligkeit von modernen Sicherungsanlagen sowie die geprüfte Sicherheit mit Glas.

Rund hundert Teilnehmer verfolgten die Ausführungen der sieben Referenten. - © Vetrotech Saint-Gobain

Nach der Begrüßung durch Jochen Sauer, Axis Communications GmbH, brachte Ludger Thiele von Westag & Getalit AG die Teilnehmer auf den neuesten Stand in Sachen Produktnorm DIN EN 14351-2 für Innentüren. Die wichtigste Information: Es bleibt erst mal alles so, wie es ist. Die Koexistenzphase für die CE-Kennzeichnung findet zu einem späteren Zeitpunkt statt, voraussichtlich im Jahr 2020.

Wie tricksen Einbrecher modernste Sicherungsanlagen aus?

Mit Videos veranschaulichte Gastreferent Jürgen Duscheck vom Sachverständigen- und Planungsbüro Sascha Puppel GmbH, wie Einbrecher selbst modernste Sicherungsanlagen austricksen. Sein Fazit: Da die heutigen Sicherheitsanlagen technisch oftmals sehr kompliziert sind, sind sie auch fehleranfällig, sodass meist Planungs- und Installationsfehler Einbrechern in die Hände spielen. Seit dem 2. November 2019 existiert eine CE-Kennzeichnungspflicht für Feuerschutzabschlüsse im Außenbereich nach DIN EN 16034 in Verbindung mit DIN EN 14351-1: Was dies für die Planung und Ausschreibung von Feuerschutzabschlüssen, Rauchschutzabschlüssen und Brandschutzverglasungen bedeutet, erläuterte Thomas May von Schüco Stahlsysteme Jansen der Schüco International KG.

Beschusssicher: Gläser mit Polycarbonat sparen Gewicht ein

Im Vortrag von Christoph Baier und Ulrike Martiens von Vetrotech Saint-Gobain ging es um einbruchhemmende Sicherheitsgläser, die nach DIN EN 1627 geprüft werden. Anhand von Glasmustern verdeutlichte Baier den Unterschied von beschusshemmenden Gläsern als Verbundgläser und Aufbauten mit Polycarbonat. Polygard Bullet-Gläser mit Polycarbonat wurden entwickelt, um bei den hohen Beschussklassen Gewicht einsparen zu können. Bei einem Beschuss wird das Projektil vom Glas zerstört, die Fragmente werden von der PC-Scheibe aufgehalten. Im zweiten Teil zeigte Martiens anhand von Beispielen, wie Gebäude mit Brandschutzgläsern in Kombination mit Farbfolien, Ornamentglas und Digitalsiebdruck wirken und betonte, dass man auch in Kombination mit Hochsicherheitsglas keine Befürchtungen vor grünstichigem Glas haben muss.

Türen, die vor Einbruch, Durchschuss und Explosion schützen

Volker Massmann stellte in seinem Vortrag die neuesten Türentwicklungen der Sälzer GmbH vor, die gleichzeitig gegen Einbruch, Durchschuss und Explosion schützen. Er präsentierte u.a. die Entwicklung einer großflächig verglasten zweiflügeligen Vollpaniktür, die gleichzeitig Einbruchschutz bis Klasse RC4 bietet. Die Prüfungen von Hochsicherheitsgläsern bzw. Systemen mit Sicherheitsgläsern fangen bei der Widerstandsklasse RC3 an und gehen bis in die höchste Klasse RC6. „Zugang barrierefrei – und sicher?“ war das Thema von Heiko Steinhauer von Assa Abloy Sicherheitstechnik. Er stellte unterschiedliche elektromechanische Sicherheitslösungen an Türen vor, unter anderem barrierefreie Türen mit Feststellanlagen, Brandschutztüren mit Zutrittskontrolle und gesichertem Rettungsweg oder auch Schleusenlösungen.

Zusammenspiel der Sicherheitstechnik an Zu- und Abgängen

Im Schlussvortrag „Zusammenspiel der Sicherheitstechnik an Zu- und Abgängen“, zeigte Jochen Sauer Business Development Manager A&E bei Axis Communications, der auch den Tag moderierte, Überwachungssysteme mit Video- und Audioelementen und mahnte die Anwesenden eindrücklich, schon beim Planen einer Sicherheitslösung den Lebenszyklus der Anlage zu definieren und deren Rückbau mitzudenken.