Mitglieder von TSD treffen sich zum Meinungsaustausch Tischer Schreiner üben Kritik: Nicht alles super

TSD-Präsident Konrad Steininger sieht 2014 nicht als Jahr für die Wirtschaft. Auf der Mitgliederversammlung von Tischler Schreiner Deutschland kritisierte er die politischen Entscheidungsträger für ihren Abstand zu den Belangen der Unternehmer.

Die meisten Delegierten der TSD-Mitgliederversammlung handeln selbst als Unternehmer, wie beispielsweise Tischlermeister Thomas Klode aus Düsseldorf. - © Tischler Schreiner Deutschland

„Eine ausgewogene Wirtschaftspolitik fand nicht statt, eine unternehmerfreundliche Mittelstandspolitik schon mal gar nicht“, erklärte der bayerische Unternehmer anlässlich der TSD-Sommermitgliederversammlung.

Hilfe für Betriebe

Während die Verbandsorganisation um Tischler Schreiner Deutschland den konjunkturellen Aufschwung genutzt habe, „um die eigenen Hausaufgaben“ zu erledigen, führe die Politik die Grundsätze einer ausgeglichenen Wirtschaftspolitik ad absurdum. Ob beispielsweise mit „Tischler Schreiner Deutschland“ als Branchenmarke für hochqualifizierte Handwerksbetriebe; der TSD-Nachwuchskampagne mit ihren professionellen Instrumenten für die Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften; der fachlichen Unterstützung entlang der Wertschöpfungskette der Branche (mit Qualitätsgemeinschaften für handwerkliche Spitzenleistungen und Markengemeinschaften für Top-Branchenprodukte) sowie der Hilfestellungen für Ausbildungsbetriebe (siehe auch www.tischler-schreiner.de/qualitaet-in-der-ausbildung): die Innungsorganisation entwickle Hilfsmittel für ihre Betriebe.

Weniger Bürokratie, bessere Standortbedingungen

Gleichzeitig hätten die Verbände ihre Mitgliedsbetriebe geschützt: wie etwa bei Tarifverhandlungen, den Verhandlungen mit der Berufsgenossenschaft, der Abgrenzung zur SOKA-Bau oder der Wahrung handwerklicher Produktstandards und der Schutz des Berufsbildes gegen die Interessen der Industrie. Nun hofft TSD-Präsident Steininger von Seiten der Politik auf mehr Einsicht und Blick für die Belange der mittelständischen Tischler- und Schreinerunternehmen. Konkret nannte er die überzogene Einkommensgrenze von fast 3.000 Euro, unterhalb derer die Arbeitszeiten von Arbeitnehmern dokumentiert werden müssen – laut Politik zum Schutz vor Schwarzarbeit im Baugewerbe. Steininger weist auf den erheblichen Bürokratieaufwand hin, zumal das Tischler- und Schreinerhandwerk bislang weder ein Problem mit Schwarzarbeit gebabt hätte und fälschlicherweise dem Baugewerbe zugeordnet werde. Die Regelungen zur Pflegezeit, die Rente mit 63 oder die ersten Vorstöße zur Erbschaftsteuerreform ließen nach Einschätzung von Steinigner bisher den Blick für wirtschaftliche Erfordernisse vermissen.

In der guten Phase an den Abschwung denken

Gerade in Zeiten guter konjunktureller Bedingungen bleibt also viel zu tun. Der vom Bundeswirtschaftsministerium angestoßene Zukunftsdialog für das Handwerk sei ein erster Schritt, bei dem die Verbände wiederholt auf die stark verbesserungswürdigen Standortbedingungen hingewiesen hätten. Denn erst, wenn die Konjunkturbedingungen nachließen, zeige sich, wie zukunftsfähig das Handwerk aufgestellt sei. Dass dem konjunkturellen Aufschwung auch irgendwann der Abschwung folgt, sei Naturgesetz. Damit die Auswirkungen kalkulierbar bleiben, müssten alle ihre Hausaufgaben erledigen.