Wärmebrücken vermeiden So montieren Sie Fenster sicher mit Montagezarge

Idealerweise sollten Verarbeiter Fenster und Türen erst kurz vor dem Bezug des Hauses einbauen, um nachträgliche Wärmebrücken und Schäden an der Anschlussfuge zu vermeiden. GFF-Online zeigt den Einbau von Fenstern mit einer Montagezarge auf der ansonsten fertigen Baustelle.

So sieht das Fenster zum Abschluss der Bauphase in die Montagezarge montiert aus – die Zarge verschwindet unauffällig im Mauerwerk. - © Stahlmann Consulting

Insbesondere während der Bauphase kann es zu einer Beschädigung hochwertiger Bauteile kommen. Permanent gelangen durch Arbeiten wie das Estrichlegen und Verputzen erhebliche Feuchtemengen in den Rohbau. Zwar ist es die Aufgabe der jeweiligen Gewerke, für ein entsprechendes Ablüften zu sorgen, doch die Realität sieht oft anders aus. „Früher, als es noch keine luftdichten Gebäudehüllen gab, war das Problem weniger groß, weil die Feuchtigkeit gut abziehen konnte“, erläutert Diplom-Holzwirt Eike Gehrts. „Wenn aber heute das letzte verbliebene Loch zu früh dicht gemacht wird, nimmt jedes Fenster Schaden. Das gilt auch für die Wände.“

Weniger Feuchtigkeit bei der Montage

Mit einer Montagezarge setzt der Monteur die Fenster zu einem relativ späten Zeitpunkt in den Baukörper ein. Die Feuchtigkeit ist dann großenteils bereits entwichen, schmutzintensive Arbeiten sind abgeschlossen. „Architekten und Planer tun gut daran, den Bauanschluss bei der Planung zu berücksichtigen“, sagt Heinz Blumenstein vom BPH. Laut Jörg Stahlmann, Entwickler und selbst Schreinermeister, profitieren die Planungszielgruppen vom Einsatz der Montagezargen: „Anschlüsse von Fenstern, Türen und Fassadenelementen sind damit wärmebrückenfrei und ohne Einschränkung der Gestaltungsfreiheit planbar. Etwaige Lieferengpässe bei den Fenstern führen nicht mehr zu Verzögerungen am Bau.“ Dazu komme der Vorteil, dass die Fenster bei späteren energetischen Sanierungen problemlos aus dem Baukörper ausgebaut werden könnten. Seit Mitte 2000 setzt Stahlmann das Montagezargen-System erfolgreich im familieneigenen Unternehmen ein.

Fenstereinbau mit der Montagezarge – Schritt für Schritt

Schritt 1: Setzen Sie die Zarge vor oder in das Mauerwerk. Zur Abdichtung der Anschlussfuge zwischen Zarge und Mauerwerk nutzen Sie ein zweistufig funktionales Dichtungsband.

Schritt 2: Montieren Sie Außen- und Innenfensterbänke. Die gewählten Anschläge außen definieren die Ausführung der Fensterbänke und geben die Positionierung in der Höhe vor.

Schritt 3: Durch ebenfalls vordefinierte Kanten schließt der Innenputz an die Montagezarge an. Diesen Schritt übernimmt ggf. das jeweilige Fachgewerk.

Schritt 4: An dem vorhandenen Außenanschlag der Montagezarge bringt der entsprechende Fachhandwerker nunmehr die Wärmedämmung und den Außenputz systemsicher an.

Schritt 5: Bei der Montage fixiert der Fensterbauer am Anschlagwinkel der Zarge für Schlagregendichtigkeit ein vorkomprimiertes Dichtungsband seitlich und oben bis zur Mitte des unteren Basisprofils.

Schritt 6: Auf das Fenster kleben Sie umlaufend ein vorkomprimiertes Dichtungsband in die Nut am Blendrahmen. Sie fixieren das Element in der Öffnung und verschrauben es in der Zarge oder zusätzlich im Mauerwerk.