Reaktion auf Bau-Paket der Bundesregirung Sieber: "Das Baugewerbe und der Wohnungsmarkt gleichen einem großen Flugzeugträger."

Die Bundesregierung hat am Montag ein Maßnahmenpaket geschnürt, um die kriselnde Baubranche zu unterstützen. Jürgen Sieber, Glasermeister und Landesinnungsmeister in Baden-Württemberg, sagt, was er von den Maßnahmen hält.

Jürgen Sieber ist Glasermeister, ö.b.u.v. Sachverständiger und Vorsitzender des Fachverbands GFF BW. - © Sieber

Mit einem Paket aus 14 Maßnahmen will die Bundesregierung die Krise der Bauwirtschaft bekämpfen. Glasermeister und Landesinnungsmeister Jürgen Sieber nimmt dazu exklusiv in GFF Stellung:

"Wer aus dem Bauhandwerk schaut in den vergangenen Monaten nicht nach Berlin zu den ideologisch eingefärbten Maßnahmen für die Bauförderung. An die Adresse der Politiker gerichtet, denkt man manchmal: 'Mischt euch bitte nicht im Bauhandwerk ein, dann läuft es am besten.'

Mischt euch bitte nicht im Bauhandwerk ein, dann läuft es am besten.

Jürgen Sieber

Auch in meiner Firma spüren wir im Neubau einen gewaltigen Einbruch, ganz speziell seit die Diskussionen um die Wärmepumpen aufgekommen sind. Als kleiner Handwerksbetrieb können wir die Rückgänge im Neubau durch Fenstersanierungen kompensieren – noch.

Die 14 Maßnahmen, die jetzt in Berlin verkündet wurden, um den Wohnungsbau zu retten, sind durchaus in Ordnung und werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Nur darf man nicht vergessen, dass das Baugewerbe und der Wohnungsmarkt in Deutschland einem großen Flugzeugträger gleichen. Kurzfristige Eingriffe in das Steuerrad spürt man erst mit einer gewaltigen Verzögerung.

Langsame, aber überlegte Eingriffe waren hier schon immer wirkungsvoller als schnelle, von ideologischer Politik getriebene Ansätze."