Weiterbildungsbericht Schulungen im Holzfensterbau: Wo Betriebe an ihre Grenzen stoßen

Die Beschäftigten der Betriebe im Holzfensterbau sind ausgebildete Fachkräfte, einige auch mit Meister oder Studium. Doch wie steht es um die Bereitschaft, die einmal erlangten Kenntnisse und Kompetenzen weiterzuentwickeln? Anders gefragt: Wie blickt die Branche auf das Thema Weiterbildung? Eine Umfrage liefert Antworten.

Ein Umfrageergebnis: Weniger als 50 Prozent der Befragten sind mit dem Weiterbildungsangebot zufrieden. - © BPH, GFF BW, Berufsaakdemie Melle, Spohn Connect

Eine Umfrage unter 130 Betrieben* aus elf Bundesländern zeigt: Der Holzfensterbau in Deutschland schätzt die Weiterbildung ihrer Beschäftigten als enorm wichtig ein. Die Branche nimmt entsprechende Angebote wahr – nur acht Prozent erklären, ihre Mitarbeitenden nicht extern weiterbilden zu lassen.

Im Fokus stehen fachliche Seminare und Schulungen. Bei der Frage nach den Weiterbildungsinstituten liegt die Fachschule für Glas-, Fenster- und Fassadenbau (GFF) Karlsruhe vorn (28 Prozent). 27 Prozent der Befragten geben an, Industriepartner- und Lieferantenschulungen in Anspruch zu nehmen.

Weiterbildung für Holzfensterbauer: Diese Hemmnisse gibt es

Wie bewerten die Betriebe das Weiterbildungsangebot? Hier zeigt sich, dass weniger als 50 Prozent der Befragten mit dem bestehenden Angebot zufrieden sind. "Der zukünftige Fensterbau und Türenbau muss ganzheitlich mit allen integrierbaren Dingen geschult werden", lautet eine Äußerung im Rahmen der Befragung.

Auch rund um Lüftung, serielles Bauen und die Gebäudesanierung sei mehr Know-how gefragt. Bemängelt werden insbesondere lange Anreisewege zu den Weiterbildungsstätten, fehlende Kenntnisse über bestehende Weiterbildungsangebote oder der temporäre Arbeitsausfall der Beschäftigten.

Wo sehen die Befragten die größten Weiterbildungsbedarfe? Aktuell liegen diese bei Technik-Kenntnissen (49 Prozent). Mit Blick auf die Zukunft sehen die Betriebe neben technischem Know-how vor allem Bedarf in Sachen Betriebsführung (18 Prozent), IT (16 Prozent) und beim technischen Management (16 Prozent).

Wichtigste Umfrage-Ergebnisse

  • Künftige Bedarfe liegen im Bereich Technik, Betriebsführung, IT und technischem Management
  • 96 Prozent der Befragten schätzen die Weiterbildung ihrer Beschäftigten als wichtig oder sehr wichtig ein
  • 93 Prozent der Befragten nehmen an Weiterbildungsangeboten teil
  • Nur 46 Prozent sind mit dem bestehenden Weiterbildungsangebot zufrieden oder sehr zufrieden

Weiterbildungsbericht: Wer hinter der Umfrage steckt

Hinter der Befragung stehen der Fachverband GFF BW in Karlsruhe, die Berufsakademie Melle, Spohn Connect und der Bundesverband ProHolzfenster. "Weiterbildung ist eine Antwort auf die steigenden Anforderungen im Fensterbau, auf den Fachkräftemangel und auf den demografischen Wandel", sagt Eduard Appelhans, Vorsitzender des Bundesverbands ProHolzfenster. "Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen: Unsere Betriebe sind Weiterbildungs-ready. Es liegt an uns allen, den Mehrwert bestehender Weiterbildungsangebote zu bewerben und zu steigern. Als Bundesverband gehen wir hier gerne in den Austausch, stellen unsere Branchenkenntnis zu Verfügung und geben Impulse."

* Anmerkung: Aufgrund der Struktur der Branche und der Zusammensetzung des Projektkonsortiums hat die Umfrage vornehmlich Betriebe aus Baden-Württemberg (55 Prozent) und Bayern (19 Prozent) erreicht. Eine große Beteiligung fand außerdem von Unternehmen aus Nordrhein-Westfahlen (acht Prozent) und Niedersachsen mit (sechs Prozent) statt.