Wechsel in der Institutsleitung des PfB Rosenheim Rüdiger Müller: Ein Leben für die Türentechnik

Im Januar 2021 hat Rüdiger Müller die Institutsleitung im PfB – Prüfzentrum für Bauelemente an den 40 Jahre jüngeren Peter Mayer übergeben. Damit geht seine mehr als 60-jährige Türentechnik-Karriere in Rosenheim zu Ende.

Peter Mayer (li.), der neue Institutsleiter des PfB, und Rüdiger Müller - © Axel Öland

Alles begann 1958. Damals trat der 1944 in Kolbermoor geborene Rüdiger Müller mit 14 Jahren seine Lehrstelle als Bau- und Möbelschreiner in der Lehrwerkstatt der Fenster- und Türenfabrik Wilhelm Rief in Rosenheim an. Blättert er heute in seinen alten Berichtsheften, ist dies für ihn ein interessanter Blick in die Geschichte der Normung und Türenentwicklung.

Den aktuellen Stand dieses Fachbereiches veröffentlicht er regelmäßig in neuen Auflagen seines Fachbuchs "Das Türenbuch". Nach seinem anschließenden Studium der Holztechnik an der Ingenieurschule, der heutigen Technischen Hochschule Rosenheim, arbeitete Müller ab 1971 als Holzingenieur am ift Rosenheim. In den folgenden zwöf Jahren war er dort u.a. für die Gründung der Gütegemeinschaft für Innentüren, des Deutschen Instituts für Möbeltechnik sowie des Labors für Türentechnik verantwortlich. Zudem war er in der nationalen und internationalen Normung vertreten und führte Forschungsvorhaben im Bereich Anforderungen und Prüfungen an Innentüren, Wohnungsabschlusstüren und Polstermöbeln durch.

Schritt in die Selbstständigkeit

Nach seiner Vereidigung durch die IHK von München und Oberbayern als ö.b.u.v. Sachverständiger für Fenster- und Türentechnik wagte er 1983 mit seiner Frau Gertraud Müller-Wagner den Schritt in die Selbständigkeit und gründete das Prüfinstitut Türentechnik + Einbruchsicherheit (PTE Rosenheim). Um sich als Prüfinstitut auf dem Markt zu etablieren, wurde kurzerhand das Rocky, ein Hinterhaus in Rosenheim, mit Klimakammern ausgestattet. Besondere Aufmerksamkeit und damit einen schnell wachsenden Kundenstamm erhielt Müller nach eigenen Angaben durch sein Prüfmobil. Dieser umgebaute Lkw ermöglichte es, unkompliziert und kostengünstig beim Kunden vor Ort Einbruchprüfungen vorzunehmen. Damit waren selbst Vergleichsprüfungen auf europäischer Normungsebene in Paris möglich.

1999 wagte Müller mit dem Kauf eines 12.000 Quadratmeter großen Grundstücks in Stephanskirchen einen gewaltigen unternehmerischen Schritt. Insbesondere dank des Einsatzes von Mitarbeiter Andreas Nerz wurde dort eine Prüfhalle erdacht und in Eigenbauweise umgesetzt, die auf die Anforderungen eines Prüfunternehmens angepasst ist. 2002 war es dann soweit: Die neuen Räumlichkeiten, sozusagen vor den Toren Rosenheims, wurden bezogen.

Erweiterung der Prüfflächen

2005 entstand aus dem zuvor veräußerten PTE in Kooperation mit dem langjährigen Mitarbeiter Matthias Demmel die heutige PfB GmbH & Co. Prüfzentrum für Bauelemente KG. 2014 folgte die Eröffnung der zweiten Halle für die Prüfung an Rauchschutztoren, Dauerfunktion und U-Wert-Bestimmung in einer Hotbox. 2020 wurde die dritte benachbarte Halle auf einer Grundstücksfläche von 7.000 Quadratmeter erworben. Diese wurde ursprünglich von Prof. Fritz Holtz erbaut und anschließend an das ift vermietet.

Zwischenzeitlich ist sie durch das PfB auf den neuesten Stand der Prüftechnik für Schallschutz gebracht worden, d.h. es sind Prüfungen von sehr großen Bauelementen wie Fassaden und Dächern möglich. Mit nun insgesamt drei Prüfhallen nebst Lagerhalle und einer großzügigen Freifläche hat Rüdiger Müller für das PfB vorgesorgt, um weiter zu wachsen und sich den wandelnden Herausforderungen des Markts zu stellen.

Gut für die Zukunft gerüstet

Der Prüfstellenleiter Matthias Demmel freut sich zusammen mit dem neuen Institutsleiter Peter Mayer und dessen Stellvertreter Andreas Nerz, das Erbe von Rüdiger Müller in eine moderne Zukunft zu führen. Sie können sich dafür auf die Kompetenz der zirka 30 Mitarbeiter verlassen. Und so ist sich auch Rüdiger Müller sicher, dass seine 60 Jahre Tätigkeit für die Türentechnik durch das PfB-Team und ein über Jahrzehnte wachsender Kundenstamm weitergetragen werden.