Auf dem 14. Internationalen Fachpressetag rechnete Roto-Chef Dr. Eckhard Keill mit der internationalen Politik ab, die Einfluss auf wichtige Märkte nehme. Mit der Performance des eigenen Unternehmens ist er trotzdem zufrieden.
Zwischen drei und fünf Prozent an Umsatzwachstum hatte die Roto Gruppe für 2019 angestrebt. Nun müsse der Bauzulieferer "kämpfen", dass es für ein Plus von einem Prozent reicht. So teilte es Dr. Eckhard Keill, Alleinvorstand der Roto Frank Holding AG, auf dem 14. internationalen Fachpressetag des Unternehmens in Bad Mergentheim mit. Am Jahresende dürfte demnach ein Gesamtumsatz von zirka 668 Millionen Euro zu Buche stehen (2018: 661,8 Millionen Euro).
Grassierende Sanktionitis
Die Gründe dafür, dass Roto hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt, sieht Keill vor allem in politisch bedingten Marktrückgängen. Insbesondere bei der Division Fenster- und Türtechnologie (FTT) wäre demnach ohne äußere Einflüsse deutlich mehr möglich gewesen. Als ein Hauptproblem machte er die grassierende "Sanktionitis" aus. "Die Politik erkennt nicht oder will nicht erkennen, dass Strafaktionen, etwa bei Zöllen, nicht nur das jeweils adressierte Land treffen, sondern auch Auswirkungen auf die eigene Wirtschaft haben", sagte Keill. Zuvor hatte der Chef der Roto Gruppe an zahlreichen Beispielen deutlich gemacht, wie stark sich die Wirtschaft derzeit im Würgegriff der Politik befinde: Zu den Handelskonflikten zwischen den USA und China sowie den USA und der EU gesellen sich das Brexit-Chaos und die Krisenherde Syrien/Türkei, Hongkong/China, Iran/USA und Russland/Ukraine.
Angesichts dieser Gemengelage ist der Vorstand mit der Performance der Unternehmensgruppe dann doch recht zufrieden. "Wir haben uns overall gut geschlagen." Für 2020 erwartet er keine Wunderdinge: Ein unteres einstelliges Umsatzwachstum und eine verbesserte Ertragskraft seien das Ziel. Allerdings dürften sich verschiedene Konfliktherde im nächsten Jahr entspannen, so dass für 2021 ein wirtschaftlicher Schub zu erwarten sei, der dann auch die Lage auf den relevanten Roto-Märkten verbessere.
Produkte für alle Belange
Um auf den weltweiten Beschlagmärkten seine Wachstumschancen zu wahren, setzt Roto FTT auf ein breites Produktportfolio, das auf die Bedürfnisse von Herstellern und Endkunden gleichermaßen abgestimmt ist und Trends wie die steigende Lebenserwartung oder extreme Wettersituationen berücksichtigt. "Das ist das beste Konzept, um unsere eigenen Wachstumschancen bei Umsatz und Marktanteilen dauerhaft zu realisieren", sagte Marcus Sander, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Roto FTT. Bei der Strategie spielt das Drehkipp-Beschlagsystem Roto NX eine maßgebliche Rolle. Seit Oktober 2019 ist dieses auch für Holzfenster lieferbar. Mit dem V-Zapfen fließt im ersten Quartal 2020 ein weiteres Modul mit Mehrwert in die Beschlagserie ein.
Den ausführlichen Bericht zum Fachpressetag lesen Sie in der GFF-Dezemberausgabe.
